Schriesheim

Schriesheim Stadt würdigt die ehrenamtlichen Grünpaten für ihr Engagement mit einer kleinen Feier

Die Bienen sind ihnen dankbar

Schriesheim wäre wohl nicht so schön und bunt, gäbe es nicht jene ehrenamtlichen Grünpaten, die in den Sommermonaten die Grünflächen und die Bäume vor ihrem Grundstück pflegen und sie regelmäßig gießen. Und das war ja gerade in diesem heißen Sommer für die Pflanzen lebenswichtig. Und weil der Stadtsäckel durch diese freiwilligen Paten geschont wird, werden sie von der Stadt einmal im Jahr zu einem gemütlichen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen eingeladen.

In der Weinscheuer Majer waren die Tische für die Kaffeetafel eingedeckt. Karina Mayer vom Bauamt begrüßte die Gäste im Namen des Bürgermeisters, der wegen eines anderen Termins erst verspätet kam. Sie dankte den Paten für ihr Engagement: „Denn ohne Ihre Hilfe hätten viele Pflanzen den heißen und trockenen Sommer nicht überlebt.“ Sie stellte zwei Referenten vor, die über naturnahe Gärten sprachen.

„Je mehr Blumen auf einer Grünfläche, desto größer die Artenvielfalt“, konstatierte Thomas Jungbluth, Umweltsprecher bei den Naturfreunden, in seinem Vortrag über das Insektensterben. „Es sind aber nicht nur die Bienen, die die Blüten bestäuben, sondern auch die Schmetterlinge, Wespen und Käfer“, mahnte er in seinem Referat, das er mit eigenen Fotos untermauerte. Was für die meisten der anwesenden Hobbygärtner unbekannt war, das ist die Tatsache, dass in Treibhäusern, in denen Tomaten gezogen werden, spezielle Hummeln das Bestäuben der Blüten übernehmen.

Landschaft verändert sich

Eine topographische Karte von Schriesheim aus dem Jahre 1896 zeigt, wie sich dieser Ort nicht zum Wohle der Natur und der Insekten verändert hat. Wo damals noch Grünflächen, Felder und Wiesen waren, stehen heute Häuser, und auch sonst ist das Grün oft zubetoniert.

Landwirtschaftliche Nutzung von Wiesen und Weiden sei für die Insekten nutzlos und forciere das Insektensterben weiter, so der Experte, der daher für „Trittsteinbiotope“ plädierte, um dem Aussterben von Insekten entgegenzuwirken.

Dazu stellte der Experte ein Programm des Bundes vor, das die Wiederherstellung von insektenfreundlichen Grünflächen fördert. An die Hobbygärtner wandte er sich mit der Bitte, künftig ungefüllte Blumen zu pflanzen, haben sie doch genügend Pollen für die Insekten.

Robert Koch vom LVG Heidelberg referierte über biologisches Gärtnern sowie Anbau und Pflege von Gemüse, Kräutern und Balkonpflanzen. Er gab Tipps zum richtigen Pflanzen und für eine sinnvolle Sortenauswahl. „Resistente Sorten sind robust gegen Schädlinge“, bemerkte er. Zum Mulchen von Flächen empfahl er Stroh, Grasschnitt oder auch abbaubare Mulchfolien.

Und als kleines Dankeschön durfte sich denn auch jeder der anwesenden Grünpaten noch eine Tüte mit Blumenzwiebeln mitnehmen.