Schriesheim

Schriesheim Theatergruppe Bergsträßer Heimatbühne zeigt Boulevardstück „Ja, ich muss“ / MGV Eintracht ehrt aktive Mitglieder

Dringende Bedürfnisse und verstopfte Rohre

Archivartikel

Die Eintrachtfamilie ist die erste, die kurz vor Jahresende noch in den Genuss des neuen Theaterstücks der eigenen Theatergruppe kommt. Die Bergsträßer Heimatbühne des MGV Eintracht präsentiert im vertrauten Rahmen erstmals die Komödie „Ja, ich muss“.

Doch bevor sich der Vorhang in der vollbesetzten KSV Halle zum ersten Akt öffnet, ehrt der Vorstand des Männergesangvereins, Helmut Hölzel, aktive Sänger, die in keiner Singstunde fehlten, im Hintergrund für den Verein wirken oder auch von außerhalb zur Singstunde anreisen. Jeder bekommt ein kleines Präsent, darunter auch Theresa Pressler. Musikalisch abgerundet werden die Ehrungen mit einem Liedbeitrag. Unter Leitung von Vize-Dirigent Markus Hölzel erheben sich die Stimmen zum Trommellied und einem Lobgesang auf das sonnige Tirol.

Chaos auf der Toilette

Dreimal ertönt der Gong, schließlich öffnet sich der Vorhang und gibt den Blick auf die Bühne frei. Spielte sich die Handlung bei früheren Aufführungen gerne mal im bäuerlichen Umfeld, im Vorzimmer eines Rathauses oder in sonnigen Gefilden ab, so werden die Zuschauer jetzt an einen äußerst ungewöhnlichen Ort entführt: in den Vorraum der Toiletten eines Grand-Hotels. Passenderweise heißt Rolf Sperlings Boulevardstück denn auch „Ja, ich muss“. Ursprünglich als Musical geschrieben und von Regisseur Jürgen Gustke ins „Schriesemerische“ übersetzt, trifft die Bergsträßer Heimatbühne auch bei dieser Premiere ins Schwarze: Das Publikum ist begeistert und geht mit vom ersten Akt bis zum großen Schlussapplaus.

Gleich zu Beginn wird die Alleinherrscherin des ungewöhnlichen Schauplatzes vorgestellt: Toilettenfrau Theresa Wiefelspütz, von ihrer Freundin herzlich-rustikal nur „Wischmopp“ genannt. Die Toilettendame des Hotels hat einst ihr Studium aufgegeben und ist seitdem für ihre Kundschaft so etwas wie eine Seelentrösterin und geschätzte Ratgeberin in allen Lebenslagen. Ein besonders gutes Verhältnis pflegt sie zur Rotlicht-Dame des Hauses, Jacqueline Krösmüller, die von der Klofrau liebevoll mit „Morgen, Matratz´“ begrüßt wird.

Es sind zwei tragende Rollen in der Komödie, die Regisseur Jürgen Gustke mit Erika Hölzel als Klofrau und Sandra Hölzel – unter der roten Perücke erst auf den zweiten Blick zu erkennen – hervorragend besetzt hat. Sie spielten ihre Rollen großartig mit einem Hauch Verwegenheit, auch als es zwischendurch mal chaotisch wird. Im Hotel gibt es an diesem Tag nämlich gleich zwei Veranstaltungen: eine Hochzeit und eine Vertreter-Versammlung.

Jede Menge Verwirrung

Eine überflutete Klokabine setzt das Wirrwarr aus Missverständnissen und falschen Verdächtigungen in Gang, bei denen die bevorstehende Trauung um ein Haar infrage gestellt wird. Und auch die Seminarteilnehmer stiften jede Menge Verwirrung.

Am Ende ist es an Theresa, den Toiletten-Besuchern mit Ratschlägen und Hilfsmittelchen zur Seite zu stehen. Während Braut Sandra mit einem etwas zu engen Brautkleid zu kämpfen hat, eilt ihr Zukünftiger dem Freudenmädchen bei der Reparatur der Toilette zur Hilfe. Dass der angehende Ehemann in der Toilette ein Rohr mit einer Rotlicht-Dame verlegt, fliegt auf und sorgt verständlicherweise für einige Beziehungsprobleme.

Doch bevor sich der Vorhang schließt, gibt es für alle den erhofften, glücklichen Ausgang – inklusive Aufklärung der Missverständnisse und einer reparierten Toilette.

Weitere Aufführungen in der KSV-Halle: Freitag, 3. Januar, und Samstag 4. Januar, um 19 Uhr, Einlass ist jeweils um 17 Uhr. Sonntag, 5. Januar, 17 Uhr, Einlass ab 15 Uhr. Am Sonntag, 12. Januar, spielt die Heimatbühne außerdem um 15.30 Uhr in der Keltensteinhalle in Rippenweier, Einlass ab 13.30 Uhr. Die Karten kosten 12 Euro.