Schriesheim

Schriesheim 23. Weinwanderung des Verkehrvereins / Köstlichkeiten von Gastronomen und Winzern an zehn Stationen

Edle Tropfen und regionale Genüsse

Archivartikel

„Wir waren in den beiden vergangenen Jahren dabei und sind heute wieder hier“, bekannte Annette Grabisch, die mit ihrer Mädelgruppe aus Nußloch nach Schriesheim zur Weinwanderung angereist war.

In zünftiger Wanderkluft holte sich die Gruppe am Stand des Verkehrsvereins ihre Gewinnspielkarten ab, das erste Gläschen Secco gab es nebenan beim Bewirtungsduo Karl Forschner und Jürgen Opfermann mit dem Sektausschank vom Madonnenbergvereins. Bevor Alleinunterhalter Dietmar Jöst seine Anlage aufbaute und in die Tasten seines Keyboards haute, begrüßte Stellvertretende Vorsitzende Joachim Müller die Wanderer. „Wer hierher kommt verpasst nichts und wer zuhause bleibt, der bereut es“, warb Müller schmunzelnd.

1500 Gewinnkarten verteilt

Nach dem verregneten Straßenfest vor zwei Wochen gab es für die gebeutelten Schriesheimer zur Weinwanderung Sonne satt mit milden Temperaturen. „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden“, bilanzierte Müller am frühen Nachmittag. Die 1500 Gewinnkarten waren am Ende des Tages allesamt vergeben. Doch wie viele Wanderer sich auf die Strecke gemacht haben, das könne man nur abschätzen. „Viele wandern in Eigenregie“.

Wanderführer Klaus Urban hatte sich für seine Truppe eine Besonderheit überlegt. Er präsentierte seinen Gästen die Attraktionen in lyrischer Reimform, getreu seinem Motto: „Ich bin mehr Weintrinker als Weinexperte“. Nach der ersten Stärkung machten sich die Gäste entweder in Eigenregie oder als Gruppe von versierten Wanderführern geleitet auf die lange und teilweise recht beschwerliche Strecke.

Gleich hinter dem Friedhof warteten schon Winzer Bielig mit einem erfrischenden Mucatella und Forchner Schützenhaus mit Spezialitäten auf die ersten Gäste. Nach einer kurzen mit Musik versüßten Verschnaufpause ging es weiter zum ersten Aufstieg zum Vohbach und Wirtshaus Mühlenhof mit Weinen vom Weingut Jäck. „So, jetzt bleiben wir hier erst mal sitzen“, bestimmte ein Familienvater und zu seinem Erstaunen folgte der Nachwuchs ohne Murren seiner Anweisung.

Nach dem Aufstieg zur Station drei und nach einer Stärkung mit Köstlichkeiten aus der Wirtshausküche, ging es gemütlich zum nächsten Halt. Wurden hier im vergangenen Jahr die Gäste vom Team „Doppio Gusto“ erwartet, so trafen die Wanderer in diesem Jahr das Wirtshaus „Im Mühlenhof“ an. „Wir hatten für diesen Wechsel unsere Gründe“, erklärte der Veranstalter.

Neuer Rastplatz im Schulhof

Zur Freude der Weinwanderer gab es zwischen Station drei und dem mühevollen Aufstieg von der Stadt zur Strahlenburg einen Zwischenstopp im Schulhof. „Das ist eine sehr gute Idee – darauf hätte man schon früher kommen können“, lobte ein Wanderer den neuen Haltepunkt zur Verschnaufpause, schnallte seinen Rucksack ab und bestellte einen frisch zubereiteten Flammkuchen. „Ob ich jetzt noch weiter gehe, darüber muss ich noch nachdenken“, sagte er lachend.

Doch die meisten Weinwanderer kletterten frisch gestärkt den schmalen Weg hinauf zur Strahlenburg. Und wer Glück hatte, der konnte dort oben einen der begehrten Tische mit Ausblick ergattern. Die unbeschreiblich schöne Aussicht hatte es auch drei Damen angetan, die sich an einem der gefragten Tische niederließen. „Hier bleiben wir“, überzeugte Barbara Metzner ihre Begleiterinnen und sie erzählten, dass sie derzeit ihre Reha auf dem Königstuhl machen und zufällig von dem Event erfahren haben. „Wir wollten eigentlich eine Schifffahrt auf dem Neckar machen, aber das können wir immer noch.“

War der Aufstieg von der Stadt zur Strahlenburg recht beschwerlich, so stand den Wanderern die Königsdisziplin noch bevor – der Anstieg zur Weinberghütte vom Hotel Ludwigstal. Weiter talwärts wartete die Winzergenossenschaft und füllte den müden Wanderern feurige Tropfen ins Glas. Noch ein Stückchen talwärts gab es von der Weinstube Müller deftige Hausmannskost. Gut gestärkt erreichte man die vorletzte Station, wo das Weingut Rosenhof Weine ausschenkte, die ausgezeichnet zur mediterranen Küche des Restaurants „La Perseria“ passten. Letzte Station machten die Wanderer an der Wehweck`schen Winzerhütte: „Jetzt nur noch die Gewinnkarten einwerfen, einen Zwiebelkuchen verdrücken und dann haben wir unser Sportpensum für dieses Jahr erreicht“, scherzte eine Gruppe Familienväter erschöpft.

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