Schriesheim

Schriesheim „Olweus Tag“ am Heinrich-Sigmund-Privatgymnasium / Präventivprogramm gegen Mobbing

Ein etwas anderer Wandertag

Archivartikel

Am vorletzten Tag vor dem Beginn der großen Ferien und einen Tag bevor die Schüler ihre Zeugnisse erhalten, steht üblicherweise im Lehrplan „Wandertag“. Da heißt es, die Wanderschule schnüren, den Rucksack umschnallen und singend die heimische Botanik erkunden. In diesem Jahr ging jedoch das Heinrich Sigmund Gymnasium (HSG) auf dem Branich andere Wege. Statt sich durch die Büsche zu schlagen, streiften die Schüler über das Schulgelände, um als Team gemeinsam Aufgaben zu absolvieren.

„Achtung Olweus Tag“ hieß es an diesem heißen Sommertag, und es ging nicht allein darum gemeinsam Aufgaben zu erledigen. Es war eigentlich ein Mobbingpräventionsprogramm und dazu gehörten neben Vorträgen zu Themen wie „Cybermobbing“ und „Die heimlichen Erzieher Smartphones“ auch Spiele, die nur in der Gemeinschaft zu schaffen waren.

Aber es gab auch musikalische Höhepunkte. An diesem Tag aus London extra angereist war Sherwin Ramzani Douki, einstiger HSG-Schüler und heute Absolvent einer angesagten Musical und Schauspielschule. Zur Freude seiner Fangemeinde gab er auch ein kleines Konzert.

Insgesamt waren zwölf verschiedene Stationen auf dem Schulgelände aufgebaut, die die Schüler, ausgestattet mit einem Laufzettel, alle zu bewältigen hatten. „Willi ist krank“, lautete eine der Aufgaben. Die Schüler saßen nebeneinander und jeder musste seinem Nachbarn eine Krankheit übermitteln, die den armen Willi getroffen hat. Das wäre eigentlich nicht schwer gewesen, doch die Schüler hatten einen Korken im Mund und so hatten sie größte Verständigungsprobleme. „Was für eine Krankheit“ oder „Sprich doch etwas deutlicher, ich habe nichts verstanden“, kamen als Bemerkung von den Mitspielern. Es wurde viel gelacht und auch herumgealbert.

Alle Stationen gemeistert

In einer anderen Spielstation hieß es: Unter einem Tuch brennt es. Und alle die auf dem Tuch standen, mussten es irgendwie schaffen, das Tuch nur mit den Füßen umzudrehen. „Ordnung ist das halbe Leben“, war eine weitere Aufgabe. Über das Problem, wie man Ordnung ins so gemütliche Chaos bringt, haben schon viele Generationen nachgedacht. Doch hier gab es nützliche Tipps. Zuerst musste sich die Gruppe nach der Größe aufstellen, dann nach den Augenfarben von dunkel nach hell, nach Schuhgrößen und nach dem Jahr, Monat und Tag des Geburtstags.

„Das macht viel mehr Spaß als das blöde Wandern“, bekannte ein Junge, der stolz seinen Laufzettel zeigte. Er und seine Gruppe hatten alle zwölf Stationen in kurzer Zeit absolviert und jetzt warteten sie gespannt auf die Überraschung, die angekündigt war. Doch bevor sich dann doch alle auf eine Wanderung ab ins Tal aufmachten, gab es noch eine Stärkung. Auf dem Grill brutzelten die leckersten Würste. „Die Überraschung ist natürlich Eis“, verriet schon mal Veruschka Metzger und auch, dass die Schule mit diesem Projekt „Olweus Tag“ andere Wege beschreiten wollte.

„Die Idee kam aus dem Lehrerkollegium“ informierte sie. Und wenn man sich als erstes Gymnasium in Deutschland „Olweus-Schule“ nennen darf, was liegt dann näher, als den Wandertag zum „Olweus Tag“ zu machen. Entwickelt wurde das Programm vom norwegischen Forscher Dan Olweus. Es ist ein Programm, in dem es um Prävention und um den Umgang mit antisozialem Verhalten geht.