Schriesheim

Schriesheim Vorstand des Partnerschaftsvereins berichtet über Jubiläumsfahrt in die südfranzösische Partnerstadt Uzès

„Ein Fest der Völkerverständigung“

Archivartikel

„Es war eine besondere Fahrt“. Mit diesen Worten beginnt Martha Berg, die Vize-Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, ihren Bericht über die Jahrestour nach Uzès. Immerhin steht sie ganz im Zeichen des 35. Geburtstags der Jumelage. Dem Anlass angemessen sind die Weinhoheiten Anna-Lena, Nadja und Anne-Kathrin dabei sowie Bürgermeister Hansjörg Höfer, der aus seinem privaten Frankreich-Urlaub dazu stößt.

Der erste Tag steht im Zeichen der Kunst. Etwa in Les Baux de Provence die bekannte Ton- und Lichtschau „Carrières de Lumières“, bei der jährlich wechselnde Bilder großer Maler an die Wände des Kalksteinbruchs projiziert werden, in diesem Jahr van Gogh. „Ein sehr schönes Erlebnis“, bilanziert Martha Berg.

Erst Kultur, dann Politik

Am Nachmittag treffen die Besucher einige Mitglieder der „Université populaire“ (UP), Pendant zur heimischen Volkshochschule. Die UP von Uzès zieht gerade in ein neu errichtetes Gebäude ein, zählt 900 Mitglieder. 190 belegen Kurse für Sprachen, darunter Deutsch und Polnisch.

Am Abend erwartet die Schriesheimer ein Besuch auf dem Gestüt „Haras national d’Uzès“. Die Show zeigt eine intensive Arbeit an und mit den Pferden. Der Freitag ist für den schon traditionellen Besuch des „Pont du Gard“ reserviert.

Der Abend im „Salle polyvante“ jedoch steht ganz im Zeichen der offiziellen Geburtstagsfeier. Zur Freude aller lässt es sich auch der Vater der Jumelage, Horst Schütze, nicht nehmen, dazu zu stoßen. Mit dabei sind auch Gäste aus Polen – denn Uzès feiert gleichzeitig das 40jährige Bestehen seiner Partnerschaft mit Paczków im Südwesten Polens. „Es wurde ein Fest der Völkerverständigung“, bilanziert Martha Berg.

Den Reigen der Reden eröffnet der Vorsitzende des Comitée de Jumelage, Gérard Bonneau, mit Erinnerungen an die Anfangsjahre beider Partnerschaften. Die Vorsitzende des Schriesheimer Partnerschaftsvereins, Claudia Ebert, unterstreicht den Stellenwert, den Städtepartnerschaften wie diese für die Einheit Europas haben.

Bürgermeister Hansjörg Höfer betont die Bedeutung des Zusammentreffens von Menschen, sei es bei Sport, Musik oder Jugend-Austausch: „Der Gedanke eines vereinten Europas kann nur durch solche Begegnungen wachgehalten werden und ist ein hohes Gut unserer Zeit.“ Dem kann sich sein Amtskollege Jean-Luc Chapon nur anschließen – ebenso wie der Bürgermeister von Paczków. Auch die Schriesheimer Weinkönigin trägt ein Grußwort vor.

Interessante Gastgeschenke

Viele Reden, viele Übersetzungen – jede Rede in drei Sprachen: Französisch, Deutsch, Polnisch. „Allein daran ist abzulesen, welch internationalen Abend wir erlebt haben.“

Die polnischen Gäste präsentieren als Gastgeschenk einen Chor; zehn Jugendliche begeistern mit der professionellen Darbietung ihrer Songs. Claudia Ebert übergibt an Gérard Bonneau 350 Euro – in Anspielung auf die 35 Jahre der Partnerschaft – und als kleinen Beitrag zu den Kosten für die Ausgrabungen eines „Steinkreises“ (cromlech). Anfang diesen Jahres bei Straßenbauarbeiten entdeckt, lässt sich dadurch das Alter der Stadt Uzès belegen.

Nach dem Besuch des Marktes am Tag danach, bei dem auch die Austern-Liebhaber auf ihre Kosten kommen, geht es schon wieder nach Hause – mit vielen Erinnerungen an berührende Begegnungen.