Schriesheim

Schriesheim Langjähriger Kommandant Georg Weber verstorben

Ein Leben für die Feuerwehr

Archivartikel

Die Feuerwehren in Schriesheim, darüber hinaus aber auch in der Region, trauern um einen ihrer verdientesten Aktiven: Georg Weber, 28 Jahre Kommandant der Feuerwehr Schriesheim und 21 Jahre des Unterkreises Ladenburg, verstarb am Freitag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren.

Mit seinem Tod geht ein langes Leben für und mit der Feuerwehr zu Ende. Schon der Vater ist bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, bis er 1938 einen Unterarm verliert. Er stirbt, als sein Sohn 16 Jahre alt ist. „Die Feuerwehr wurde daher für mich so etwas wie ein Zuhause“, bekennt Georg Weber später einmal.

60 Jahre lang Mitglied

Mit 16 will Weber also zur Wehr. Doch damals gibt es noch keine Jugendfeuerwehr, so dass er zunächst erst einmal für ein Jahr auf Probe aufgenommen wird. Zum 1. Januar 1959 wird er dann offiziell Mitglied – vor 60 Jahren also; die Ehrenurkunde dafür nimmt er noch im Januar dieses Jahres, bereits geschwächt und daher zuhause, entgegen.

In den 1970er Jahren wird er Gerätewart, schließlich Stellvertreter des Kommandanten Fritz Brunn, dessen Nachfolge er 1977 antritt. So ergibt sich die seltene Situation, dass er Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schriesheim ist, Brunn aber weiterhin Kommandant der Abteilung (Kern-)Stadt. Erst 1979 übernimmt er auch dieses Amt.

Beides bleibt er bis 2005, als er die Funktionen an den heutigen Amtsinhaber Oliver Scherer abgibt und vom Gemeinderat zum Ehrenkommandanten der Gesamtwehr ernannt wird. In seinen 60 Jahren Feuerwehr hat Weber viel erlebt. Und die Tätigkeit des Retters aus Unglück bringt es mit sich, dass es sich nur selten um erfreuliche Dinge handelt. Weber erinnerte sich stets an den Brand des Spieß‘schen Hofes an der B 3, an die Einsätze bei Gschwander und Grimmig und natürlich an das Großfeuer im Porphyrwerk.

Aber in diesen Fällen geht es noch ohne Schaden für Menschen ab, doch das ist, Gott sei‘s geklagt, nicht immer so. „Das geht einem dann lange nach“, bekannte er. Glücklich war er dagegen, dass in seiner Amtszeit kein einziger seiner Leute zu schwerem Schaden gekommen ist.

Doch natürlich überwogen am Ende seines Lebens schöne Erinnerungen: Die vielen Erlebnisse von Kameradschaft und Freundschaft, auch zu seinem Dienstherrn Peter Riehl, die Gründung der Partnerschaft zur Feuerwehr in St. Margarethen 1989, die ihm ein Herzensanliegen war und die just in diesem Jahr 30. Jubiläum feiert. Gerne hätte er es noch miterlebt. Aber in den Herzen seiner Kameraden wird er dabeisein.