Schriesheim

Schriesheim Langjähriger Hauptamtschef Edwin Schmitt wird 65

Eine Institution der Stadt

Fast dreieinhalb Jahrzehnte amtiert er in Schriesheim als Leiter des Hauptamtes, in jedem Rathaus eine Schlüsselposition. In seinem Fall gilt sogar: eine Institution. Ende Januar wurde er im Gemeinderat offiziell verabschiedet – mit standing ovations, einer einmaligen Auszeichnung in diesem Gremium. Heute feiert Edwin Schmitt seinen 65. Geburtstag.

Seine glanzvolle Karriere startet in Schriesheim vor fast vier Jahrzehnten. 1982 wird Schmitt stellvertretender Kämmerer, am 1. April 1985 Leiter des Hauptamtes und damit Personalchef der Stadt.

Geprägt ist Schmitts Amtszeit von der Expansion der Stadtverwaltung. Als er anfängt, beschäftigt sie 120 Leute, heute sind es 180. Nahezu jeder, der in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten im Schriesheimer Rathaus eingestellt wird, durchläuft seine Prüfung.

Vor allem der Ausbau der Kinderbetreuung ist für dieses Wachstum verantwortlich. Seit 2006 hat sich die Stellenzahl in diesem Bereich verdoppelt. Doch der Ausbau dieses Bereiches betrifft nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität. Die Kinderbetreuung in Schriesheim ist ausgesprochen flexibel und individuell – und das ist mit Schmitts Verdienst. Die von ihm erarbeitete Statistik, die er dem Gemeinderat stets vorlegt, ist für ihre Detailtreue bekannt, manche sagen: legendär.

Doch das ist nicht der einzige Bereich, in dem er Spuren hinterlässt: Schmitt gilt auch als Vater der Volkshochschule. Nur sein Ziel, vor Ort eine Gemeinschaftsschule zu etablieren, lässt sich nicht verwirklichen.

2006 ein neuer Chef

Eine Zäsur in seiner Amtszeit bildet der 1. Februar 2006. An jenem Tag übernimmt Hansjörg Höfer von Peter Riehl das Rathaus. Der Grüne ist langjähriger politischer Gegner von Riehl, als dessen engster Vertrauter 21 Jahre lang wiederum Schmitt gilt. Alle Zutaten für ein gespanntes Verhältnis sind damit also gegeben.

„Es war nicht einfach“, bekennt Schmitt einmal, um scherzhaft anzufügen: „Aber ich habe es mir schlimmer vorgestellt.“ Und auch Höfer bestätigt gerne: „Das Vertrauen, das ich ihn gesetzt habe, wurde nie enttäuscht. Seit ich ihn kenne, weiß ich, was Loyalität bedeutet.“

Seit dem 1. Februar ist er nun in Pension. In Vereinen will er sich engagieren, etwa in der TSG Wilhelmsfeld, wo er seit Jugend an Mitglied ist. Zu Schriesheim hält er auch im Ruhestand Kontakt, ist präsent – ob bei der Trauerfeier für Feuerwehr-Ehrenkommandant Georg Weber oder bei der Vorstellung der Chronik der Schriesheimer Juden. So wird ihn heute auch so mancher Glückwunsch aus Schriesheim erreichen.