Schriesheim

Schriesheim Ausschuss billigt Umnutzung der „Blumenkammer“

Eines der letzten Geschäfte an der Gaulsbrücke schließt

Archivartikel

„Es ist erstaunlich, was derzeit alles neu- und umgebaut wird“, meint Grünen-Stadträtin Fadime Tuncer. Und in der Tat: In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses geht es nicht um Gauben oder Carports; mehrere Anträge zum Neubau von Häusern oder zur Umnutzung gewerblicher Flächen zu Wohnraum stehen auf der Tagesordnung.

In dieser Hinsicht der spektakulärste Antrag ist die Umnutzung eines Ladens in der Talstraße 51 an der Gaulsbrücke zu Wohnraum und Garage. Denn beim Geschäft, das nun schließt, handelt es sich um „Edelmanns Blumenkammer“. Der Laden wird zu einem Kinder- und einem Arbeitszimmer sowie zur Garage.

„Das ist bereits das zweite Geschäft in kurzer Zeit, das an dieser Ecke schließt“, macht Beate Kreis vom Bauamt die Bedeutung des Vorgangs für die Gesamtstadt deutlich: „Mittlerweile gibt es in dem Bereich fast nur noch Wohnbebauung.“

Bedauern bei den Stadträten

„Es ist immer schade, wenn ein Geschäft auf Dauer schließt, vor allem, wenn es so kreativ ist wie dieses“, bekennt Fadime Tuncer. Das Positive daran sei, dass damit neuer Wohn- und auch Parkraum geschaffen wird; beides sei in diesem Bereich nötig.

„Die Garage entsteht innerhalb des Gebäudes“, begründet Karl Reidinger die Zustimmung der CDU, der sich Jutta Becker (Freie Wähler) und Wolfgang Renkenberger (FDP) anschließen. Die SPD bleibt skeptisch: „So sehr wir sonst die Entstehung von Wohnraum begrüßen“, sagt Sebastian Cuny, „so sehr bedauern wir hier die dem Vorgang zu Grunde liegende Schließung.“ Etwas Positives sieht er doch: „Dass die Talstraße als Wohnort attraktiv wird, ist positive Folge des Branichtunnels.“

Die Zustimmung zum Umbau erfolgt einstimmig. Doch welche Zäsur das Schließen dieses Geschäftes bedeutet, zeigt sich daran, dass Bürgermeister Höfer für Donnerstag zu einem Pressegespräch zu diesem Thema ins Rathaus eingeladen hat.

Neubau in der Edelsteinstraße

Wichtigstes Projekt unter den Neubauten ist der Bau eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohneinheiten in der Edelsteinstraße 21-23. Laut Bebauungsplan, der 2012 eigens für den Bereich aufgestellt wurde, sind drei Baufenster möglich. Zwei sind bereits bebaut, das dritte folgt nun, in einer Größe von 13 mal 15 Metern.

„Hier wird Wohnraum geschaffen“, begrüßt Fadime Tuncer den Antrag: „Die Größe des Grundstücks gibt das her.“ Sebastian Cuny sieht die Wohneinheiten „für Senioren gut geeignet“. „Die Diskussion über die Versiegelung brauchen wir hier nicht erneut zu führen“, betont Wolfgang Renkenberger. „Einsprüche sind nicht zu erwarten“, meint Jutta Becker hintersinnig: „Denn die Nachbarn sind ja die Eigentümer.“