Schriesheim

Schriesheim Ortschaftsrat des Stadtteils Ursenbach berät Internetversorgung und Vertretung im Gemeinderat der Gesamtstadt

Einwohnerzahl um zwölf auf 150 gestiegen

Während Altenbach nach der Kommunalwahl im nächsten Jahr vier Vertreter in den Gemeinderat der Stadt schicken kann, steht dem weit kleineren Ursenbach zumindest ein Sitz zu. Das geht aus einer recht komplizierten Berechnung hervor, die der Ortschaftsrat Ursenbach in seiner jüngsten Sitzung beschloss.

Die Sitzzahl ermittelt sich aus der Bevölkerungszahl der Gesamtstadt und der einzelnen Stadtteile. So wurde für Schriesheim-Kernstadt eine Einwohnerzahl von 13 018 errechnet, für Altenbach 1890 und für Ursenbach 150. Bei der Festsetzung der Zahl der Ratssitze wurde berücksichtigt, dass keine Gemeinde unter- oder überrepräsentiert sein sollte.

„Wir sind eigentlich immer überrepräsentiert“, betonte Ursenbachs Ortsvorsteherin Rosemarie Edelmann; doch auf Grund des Eingemeindungsvertrages sei Ursenbach ein Sitz garantiert. Einstimmig beschossen die Räte dann auch ganz formal, auch künftig einen Vertreter nach Schriesheim zu entsenden.

In diesem Zusammenhang informierte die Ortsvorsteherin das Gremium, dass Ursenbach seit der letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren gewachsen sei: „Wir haben zwölf Bürger mehr in unserer Gemeinde.“

Auch Ursenbach für Fibernet

Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Erschließung der kleinen Odenwald-Gemeinde mit schnellem Internet. Ginge es nach der Telekom, die den Altenbachern nach langem Zögern das Top-Angebot für Internet ohne Kosten unterbreitet hatte, würde Ursenbach vom Rest des World Wide Web abgeschnitten bleiben. Doch die Altenbacher Räte zeigten ein Herz für das benachbarte kleinere Dorf und entschieden sich für den Anbieter Zweckverband Fibernet, der zwar 463 000 Euro verlangt, dafür aber auch Ursenbach anschließt.

Der kommunale Wirtschaftsförderer Torsten Filsinger berichtete, dass es in der Vergangenheit nicht möglich gewesen sei, einen privaten Anbieter für ein schnelles Internet im Odenwald zu finden. Daher habe man sich entschlossen, dem Zweckverband beizutreten. Erst dann habe sich die Telekom gemeldet und ihre Bereitschaft bekundet, in Altenbach kostenlos ein Netz zu legen, jedoch nicht in Ursenbach. Filsinger sprach die Empfehlung aus, dem Zweckverband den Auftrag zu erteilen.

Ortschaftsrat Bernd Trotte fragte, ob Gespräche mit der Telekom zustande gekommen waren und wie der Ausbau gefördert werde. Filsinger erläuterte, dass die Hälfte der Kosten für den Ausbau beider Ortsteile, die allerdings noch lediglich eine Kostenschätzung sei, sofort zu zahlen sei, die andere Hälfte werde über einen Kredit des Zweckverbandes finanziert. „Das kann alles noch teurer werden“, schlussfolgerte er.

Ortschaftsrat Rolf Pranner sprach sich ebenfalls für den Zweckverband aus. „Das ist eine nachhaltige Entscheidung, und wir bekommen die beste Technik“. Wenn alles wie geplant läuft, werden nach dem Startschuss neun Monate vergehen, bis der Ort erschlossen ist, so Filsinger.

Alle Ortschaftsräte stimmten dem Antrag der Verwaltung zu. greg