Schriesheim

Schriesheim Nach vier Jahren endet die Inklusionskooperation / Idil Reinecke verabschiedet / Bilanz gezogen

Engagiert für Behinderte gearbeitet

Archivartikel

Vier Jahre arbeitete sie in der Weinstadt am Inklusionsprojekt für Behinderte; zum 30. September verlässt „Inklusionslotsin“ Idil Reinecke ihr Büro am Schillerplatz, um sich neuen beruflichen Aufgaben zuzuwenden. Grundlage ihrer Tätigkeit war eine befristete Kooperation zwischen der Stadt und ihrem Arbeitgeber, der AWO. Vonseiten der Verwaltung arbeitete sie mit der Inklusionsbeauftragten Karin Reichel zusammen. Nun gaben die beiden im Gemeinderat einen Abschlussbericht ab, der zugleich eine Bilanz des bisher Erreichten war.

In den letzten Jahren bewegte sich der Anteil zu 100 Prozent Schwerbehinderter in Schriesheim zwischen 3,4 und 2,4 Prozent, die Seh-, Hör-, Geh-, oder geistige Behinderungen hatten, erklärte Reichel und fügte hinzu: „Der demografische Wandel macht sich bemerkbar.“ Um ihnen das Leben zu erleichtern, wurden ein Briefkasten am Schillerplatz aufgestellt, ein Behindertenparkplatz am Friedhof eingerichtet, ein Stadtführer herausgebracht und die städtische Homepage mit einer „Vorlesefunktion“ ausgestattet.

Projekt „Zeitspender“

Auf dem Mathaisemarkt und anderswo stellten Reichel und Reinecke das Projekt „Zeitspender“ vor, bei dem freiwillige Helfer Unterstützung im Alltag oder bei Behördengängen geben können. Im vergangenen November wurde das Engagement der beiden schließlich mit der Plakette „Barrierefreie Gemeinde“ vom Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung ausgezeichnet. Bushaltestellen und Gehwege ohne Hindernisse seien die Ziele für die nächste Zeit, erklärte Reichel.

Reineckes Arbeit begann zunächst mit der Suche nach Kooperationspartnern: Bei der Stadtverwaltung, im „Push“-Verein, in Gewerbebetrieben, im Begegnungszentrum „mittendrin“ sowie in den Turnvereinen von Schriesheim und Altenbach wurden sie auch gefunden. Unterstützung kam zudem von der Stadtbibliothek und Schulen.

Daneben führte Reinecke Beratungsgespräche mit Betroffenen und Angehörigen durch und versuchte, „das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen“. Dazu wurde ein Beirat gegründet, es gab Veröffentlichungen und drei Autorenlesungen. Es sei viel erreicht worden in den letzten Jahren, lobte Barbara Schenk-Zitsch. Dank der Aufklärungsarbeit seien Hemmungen bei den Menschen abgebaut worden, die zwei Beauftragten hätten mit Herz und großer Empathie gearbeitet: „Ihr Engagement ging weit über den Job hinaus.“ Da Karin Reichel der Stadt „erhalten bleibt“, seien die weiteren Aufgaben auch zukünftig in den besten Händen, erklärte die Grünen-Stadträtin im Namen des gesamten Gremiums. Von Bürgermeister Hansjörg Höfer gab es zum Abschied Blumen, gute Wünsche und ebenfalls Dank: „Sie waren mit Herzblut dabei, das ist in der Bevölkerung angekommen.“