Schriesheim

Schriesheim Traditionelle Neujahrsmatinee des Partnerschaftsvereins / Ehemalige und amtierende Weinhoheiten als Ehrengäste

Erlebnisse, die man nie vergisst

Archivartikel

Zu Beginn eines neuen Jahres lädt der Partnerschaftsverein Schriesheim-Uzès traditionsgemäß zu einer Matinée ein, in der bekannte Persönlichkeiten der Stadt als „Schriesheimer Köpfe“ im Mittelpunkt stehen. Diesmal waren es fünf ehemalige und amtierende Weinhoheiten.

An solchen „Köpfen“ herrscht in Schriese kein Mangel, wohl aber an Veranstaltungsorten. War es anfangs das Alte Rathaus, so wurde die Matinée 2019 in die Mehrzweckhalle verlegt. Nun traf man sich im Ratssaal des Neuen Rathauses. wo die „Heidelberg Jazzmen“ aufspielten.

Zur Gesprächsrunde konnte die Vorsitzende Claudia Ebert fünf ehemalige und amtierende Weinhoheiten begrüßen: Annalena Spieß (Weinkönigin 2019/20), Sofia Hartmann (Prinzessin 2018/19), Lena Merkel (Königin 2014/15), Nadja Lamprecht, geborene Ewald (Königin 2000/01) und Astrid Spies (Prinzessin 1988/89).

Interessante Menschen getroffen

„Warum hat Schriesheim noch keine Deutsche Weinkönigin gestellt?“, lautete eine der Eingangsfragen. „In den höheren Hierarchien wird viel Fachwissen und Know How verlangt“, äußerte sich Astrid Spies. „Viele der Fragen überfordern sogar so manchen Winzer“, meinte Nadja.

Alle fünf Weinhoheiten konnten berichten, dass auch sie Einiges von Wein verstehen, stammen sie doch aus Winzerfamilien. Das Amt der Weinkönigin hat ihnen viel Freunde bereitet, sie lernten interessante Leute kennen, trafen etwa auf bekannte Politiker, sprachen vor großen Menschenmengen. „Es gehört schon eine Portion Mut dazu, vor so vielen Leuten zu reden“, gestand Lena Merkel. Diese Erfahrungen seiem im späteren Leben jedoch auch sehr hilfreich gewesen.

Und darin stehen sie erfolgreich ihre Frau: Nadja Lamprecht wählte den Beruf der Grundschullehrerin, Sofia Hartmann die Ausbildung zur Zahntechnikerin, die anderen beiden soziale Berufe, nur Astrid Spies hielt dem Wein die Treue und arbeitet noch heute bei der Winzergenossenschaft: „Der Wein und die WG, das ist meine Heimat“, beteuerte sie.

Auf die Frage nach ihren Sprachkenntnissen speziell Französisch mussten alle passen. Schulkenntnisse seien zwar vorhanden, man könne auch etwas verstehen, aber mit dem Sprechen, da hapert es doch ganz gewaltig. Lena erzählte, dass sie einmal in Uzès die Rede halten musste. „Man hat mir die Rede ins Französische übersetzt, ich habe sie vorgetragen, und das hat auch alles prima geklappt“, erinnert sie sich.

Gut geschlagen hat sich auch Astrid Spies. „Ich hatte in der Schule zwar Griechisch und Latein, doch die Französisch-AG wurde nach ein paar Wochen abgesagt“. Doch nach einem Kurs an der Schriesheimer Volkshochschule konnte sie bei der Krönung für die französischen Gäste die Rede in Französisch halten.

Alle fünf sprachen sich für einen intensiven Schüleraustausch aus. Dieser fördere nicht nur das Sprachvermögen, sondern auch das Miteinander zwischen den Kulturen.

Weiter ging es mit der Frage nach den Lieblings-Urlaubszielen. Für Sofia Hartmann sind es Österreich und die Ostsee. Astrid Spies erzählte, dass sie als Kind mit den Eltern von Spanien kommend im Wohnwagen Frankreich bereist hat. Annalena Spieß liebt die Nordseeinseln, für Lena Merkel war eine Reise nach Kenia das Größte: „Im Urlaub kann es nicht heiß genug sein.“ Und die Familie von Nadja Lamprecht fährt am liebsten in die Berge oder ans Meer. Doch auch Reisen ins französische Nachbarland sind bei allen beliebt. So waren sie natürlich alle schon einmal in der Partnerstadt Uzès.

Was das Lieblingsessen der Weinhoheiten betrifft, so sind sie wahre Feinschmecker. Das Größte für Lena ist „Wourscht und Fleisch“, Nadja schätzt Fisch und Wildspezialitäten wie auch die italienische Küche. Annalena mag Fisch wie auch italienische und asiatische Küche, bei Astrid Spies muss nur alles frisch sein: „Der Wein darf dabei aber nicht fehlen.“ Und Sofia Hartmann steht auf Nudeln und auf alles, was schnell geht.

Können sie sich vorstellen, dass ihre Kinder in ihre Fußstapfen als Weinhoheit treten? – das bejahten alle. Der Wunsch müsse aber von den Kindern selbst kommen.