Schriesheim

Jugendrat Kinder und Jugendliche zwischen neun und 19 Jahren bestimmten am Wochenende ihre Vertretung in der Kommunalpolitik / Corona-bedingt in neuem Verfahren

Erste Briefwahl – fast 25 Prozent Beteiligung

Archivartikel

Um es gleich zu sagen: Im Gegensatz zu den USA sind in Schriesheim keinerlei Einsprüche bekannt – obwohl die Jugendgemeinderäte der Stadt erstmals – Corona-bedingt – komplett per Briefwahl bestimmt wurden. Die Wahlbeteiligung erreichte 24,46 Prozent, also rund ein Viertel – rekordverdächtig in der Region. 370 der 1525 Schriesheimer Jugendlichen zwischen neun und 19 Jahren hatten ihre Stimme abgegeben.

Neben der großen Resonanz gibt es beim Schriesheimer Jugendgemeinderat eine weitere Besonderheit: neben den zwölf Jugendvertretern im Alter zwischen 13 und 19 Jahren wurden auch drei Kindervertreter für die Zehn- bis Zwölfjährigen bestimmt. Interessant ist dabei: Für die zwölf Jugendvertreter-Sitze standen „nur“ 16 Kandidaten bereit, für die drei Kindervertreter-Posten traten jedoch 13 Bewerber an.

Mika Kühnle Stimmenkönig

Abgestimmt wurde in diesem Jahr Corona-bedingt ausschließlich per Briefwahl. Neben den Briefkästen am Rathaus und an der Verwaltungsstelle Altenbach konnte man seine Stimme auch am Bücherausgabe-Fenster der Stadtbibliothek sowie im Eingangsbereich vor sämtlichen Schulen abgeben.

Und wer waren nun die erfolgreichsten Kandidaten? Bei den Jugendvertretern liegt Mika Kühnle mit 307 Stimmen an der Spitze, gefolgt von Julia Ivanovski mit 291 und Mika Spingel mit 262 Stimmen. Bei den Kindervertretern rangiert Jana Schmidt mit 208 Stimmen und weitem Abstand vorne. Hier nun die gewählten Kandidaten im Überblick:

Mika Kühnle: 13 Jahre, Schüler am Kurpfalz-Gymnasium. „Da ich bereits im Jugendgemeinderat bin, kenne ich die Arbeit sehr gut und kann meine Erfahrungen einbringen“, betont er. Projekte, für die er sich einsetzen will, sind die Filmabende und ein Bike-/Skaterpark.

Julia Ivanovski: 15 Jahre, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium. Auch sie ist bereits Mitglied im Gremium. „Ich kenne die Arbeit gut“, wie sie betont. Ihre Ziele sind mehr Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche im Allgemeinen sowie ein Wasserspender auf dem Sportplatz im Besonderen. Aber auch die Pflanzung von mehr Bäumen liegt ihr am Herzen.

Mika Spingel: 15 Jahre, Schüler am Kurpfalz-Gymnasium. Seine Ziele sind der Bau einer Pumptrack-Strecke und die Schaffung eines Treffpunkts für Jugendliche am Ort.

Juri Kühnle: 15 Jahre, Schüler am Kurpfalz-Gymnasium. „Ich möchte mich für mehr Plätze für Jugendliche einsetzen“, kündigt er an: „Da die Umwelt mir wichtig ist, werde ich mich auch für mehr Mülleimer in den Weinbergen einsetzen.“

Marieke Wölfer: 15 Jahre, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium. „Ich möchte mich im Jugendgemeinderat engagieren, um den Umwelt- und Klimaschutz voranzutreiben“, verspricht sie. So möchte sie in Schriesheim eine Jugend-Umweltschutz-Gruppe ins Leben rufen. Außerdem strebt sie ein „Sky-Abo im Push zum Fußballschauen“ an.

Lilli Amberg: 14 Jahre, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium. „Einen Skaterpark oder Ähnliches zu bauen, wäre eines meiner Ziele“, sagt sie.

Miriam Knapp: 17 Jahre, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium. „Als Mitglied des Jugendgemeinderates möchte ich angefangene Projekte weiterführen und zu Ende bringen.“ Das gilt vor allem für den Push-Verein, den sie unterstützen möchte.

Ada Engelmann: 15 Jahre, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium. Ihr Schwerpunkt ist der Umweltschutz: Mehr Grün durch Pflanzaktionen, aber auch praktische Kleinigkeiten wie das Anbringen von Spiegeln in Umkleidekabinen der Sporthallen.

Tim Schollenberger: 15 Jahre, Schüler an der Kurpfalz-Realschule. Seine Ziele: „Eine saubere Stadt und eine Mountainbike-Strecke.“

Malina Bickel: 15 Jahre, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium. „Als Mitglied des Jugendgemeinderates werde ich mich dafür einsetzen, dass Schriesheim schöner und jugendfreundlicher wird“, verspricht sie.

Julia Blim: 13 Jahre, Schülerin der Kurpfalz-Realschule. Ihre Ziele: Mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für Jugendliche, sichere Radwege sowie Umweltaktionen.

Freya Kudlich: 19 Jahre, Studentin an der SRH Hochschule Heidelberg. Ihre Ziele: weitere Digitalisierung der Schulen, politisches Interesse der Jugendlichen erhöhen, bessere Freizeitmöglichkeiten (Grillfeste).

Jana Schmidt: Zwölf Jahre, Schülerin am privaten Heinrich-Sigmund-Gymnasium. Verschönerung des Push-Geländes und Neugestaltung von Spielplätzen sind ihre Ziele.

Mathis Taubertshöfer: Zwölf Jahre, Schüler am Kurpfalz-Gymnasium. Er ist derjenige, der den Bau des vom Gemeinderat beschlossenen Pumptracks initiiert hat. Mehr Bike-Möglichkeiten sind daher sein Hauptziel.

Martha van Ghemen: Elf Jahre, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium. Sie möchte sich für mehr Sport- und Freizeitmöglichkeiten einsetzen.