Schriesheim

Schriesheim Mit der Krönung der neuen Weinhoheiten im Festzelt beginnt heute Abend der 440. Mathaisemarkt / Bis 17. März Programm mit einigem Neuen

Erstmals Stand zur Nachwuchswerbung

Archivartikel

Auf dem Festplatz wachsen seit fast zwei Wochen bunte Fahrgeschäfte, Buden und Zelte und verdrängen die Blechwüste der Autos aus dem Zentrum der Stadt, ab heute Nachmittag gehört die Haupterschließungsstraße des Ortes, die Talstraße, den Fußgängern. Dem letzten, der es noch nicht mitbekommen haben sollte, wird nun klar: Es ist Mathaisemarkt.

Doch vor das Feiern haben die Götter, sprich: die Behörden, eine Prüfung gesetzt: Kreisbauamt und TÜV nehmen heute ab 10 Uhr Fahrgeschäfte und Zelte in Augenschein, die Lebensmittelüberwachung kontrolliert Imbissstände und Festzelt-Küche. Und wenn auch dies geschafft ist, dann läuft das Geschehen auf dem Festplatz allmählich an.

Zum Einstieg Kunst

Am Nachmittag ist das Feuerwehrhaus am Rande des Festplatzes nicht nur Hauptquartier von Brandschützern und Rotem Kreuz; sein Saal ist Schauplatz der Kunstausstellung. Vor mehr als 25 Jahren vom Kulturkreis ins Leben gerufen, um das Weinfest mit einem kulturellen Angebot zu ergänzen, ist es längst mehr als ein Geheimtipp. „Drei- bis viertausend Besucher kommen jedes Jahr“, weiß Kulturkreis-Geschäftsführerin Carla Schoenmakers.

Für die Ausstellung hat Kuratorin Romy Schilling diesmal eine Künstlerin aus der Nachbarschaft gewonnen: die Ladenburger Malerin Cornelia Komor. Sie zeigt in Schriesheim etwa 40 abstrakte Objekte. „Es wird eine schöne Ausstellung“, zeigt sich die Kulturkreis-Vorsitzende Gabriele Mohr-Nassauer überzeugt.

Erster Höhepunkt

Aus dem Feuerwehrhaus bewegt sich der Tross danach direkt ins Festzelt, wo dank Verkehrsvereins-Ehrenmitglied Karl-Heinz Schulz jeder seinen Platz findet. Hier erfolgt ab 19 Uhr die offizielle Eröffnung des 440. Mathaisemarktes. Und das heißt: Krönung der neuen Weinhoheiten, also der Königin Annalena Spieß sowie ihrer Prinzessinnen Nadja Grittmann und Ann-Kathrin Haas.

Moderiert wird der Abend zum fünften Mal von Astrid Spies. Wie in den Vorjahren, so haben sie und das Team, das sie unterstützt, sich viel einfallen lassen. Das Jahr über notiert sie Ideen von sich und anderen; in den letzten Wochen vor dem Mathaisemarkt liegen Zettel und Kuli auch schon mal auf dem Nachttisch.

In vielen Sitzungen mit Helfern entsteht aus diesen Ideen das Programm. „Die Herausforderung“, so erläutert Spies, „besteht darin, für einen offiziellen Akt, der seit Jahrzehnten gleich ist und auch gleich bleiben muss, nämlich die Krönung, einen Rahmen zu schaffen, der für die Besucher Überraschungen bietet.“

Gefeiert wird heute Abend aber nicht nur im Festzelt, sondern auch in den Straußwirtschaften. Christiane Majer hat in ihrer urwüchsigen Scheuer in der Bismarckstraße Roberto Moreno zu Gast. Der Vollblutmusiker aus Barcelona betört mit seinen sanften Gitarrenklängen.

Bei Karl-Heinz Wehweck am Eingang der Talstraße geht es zünftiger zu – nach dem Motto „Stimmungsmusik oben, Rock-Pop unten“. Soll heißen: In der Kelterhalle treten die „Zwoa Spitzbuam“ mit ihren Schlagern auf, im Keller heizt „KIST“ jenen, dies es fröstelt, mächtig ein. Die Winzergenossenschaft hält ihren Zehntkeller noch geschlossen, um der Krönung der von ihnen gestellten Weinhoheiten keine Konkurrenz zu machen. Am Samstagabend geht es aber auch dort so richtig los, und zwar mit der bekannten T-Band.

Los geht es an jenem Tag auch im Gewerbezelt. Mit Bürgermeister und Weinhoheiten wird die Leistungsschau des Bundes der Selbstständigen (BdS) eröffnet. Unter den 40 Ständen befindet sich diesmal einer, der um Nachwuchs und Fachkräfte im Handwerk wirbt; betrieben wird er gemeinsam von Stadt, örtlichen Betrieben, BdS, Agentur für Arbeit und Handwerkskammer. „Ein Pilotprojekt für das ganze Land“, freut sich BdS-Ortschef Rolf Edelmann.

Zeitgleich geht es vor dem Zehntkeller rund. Dort ist nämlich Start und Ziel des Straßenlaufes, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert. „Allerdings machen uns in diesem Jahr die Faschingsferien zu schaffen“, bekennt Organisator Michael Stang. Gleichwohl hofft er erneut auf um die 1000 Teilnehmer.

Über das gesamte Programm und das Drumherum beim Fest berichtet der „MM“ in seiner 24-seitigen Sonderbeilage, die unserer heutigen Ausgabe beiliegt. Darüber hinaus gibt es Informationen und Bilder auf einer eigenen Seite im Morgenweb.