Schriesheim

Schriesheim Unternehmer Peter Steiner spendet Abschlepp-Einnahmen vom Mathaisemarkt an den Sozialfonds der Stadt

Falsch geparkt für einen guten Zweck

„Des einen Freud, des anderen Leid“, würdigte die Leiterin des Schriesheimer Sozialamts Christine Söllner den Spendenscheck über 400 Euro, den sie von Peter Steiner, Inhaber eines Abschleppunternehmens aus der Metropolregion, für ihren Sozialfond erhielt. Und als dieser über das Schicksal einer alleinerziehenden Mutter mit zwei kleinen Kindern erfuhr, die trotz widriger Umstände alles daran setzt, eine Ausbildung zu machen und jeden Cent mehrmals umdreht, legte Steiner spontan noch 100 Euro drauf. „Das Geld soll für Schulsachen verwendet werden“, legte er fest.

Der Spendenbetrag von 400 Euro kam während des Mathaisemarktes zusammen und zwar von den Autofahrern selbst, die während des Rummels gedankenlos ihr Fahrzeug auf Behindertenparkplätzen abstellten oder die Rettungswege von Feuerwehr und DRK blockierten. „Für mich ist es ein Bedürfnis bei diesen Einsätzen der Stadt und dem Gemeinwohl etwas zurückzugeben“, begründete Steiner die Spende, die er nach jedem Mathaisemarkt dem Sozialfond der Stadt zur Verfügung stellt – und das war in diesem Jahr zum fünften Mal. Wenn man bedenkt, dass pro Abschleppen zehn Euro in den Spendentopg wanderten, kann man sich leicht ausrechnen, wie viele Falschparker zur Kasse gebeten wurden.

Ferner bemerkte er, dass keiner der abgeschleppten Autofahrer ärgerlich wurde, als er erfuhr, dass ein Teil des Geldes in den Schriesheimer Sozialfond fließt. Aber für das Abschleppen zum Mathaisemarkt gab es noch einen kleinen Rabatt. Es gab keinen Nacht- oder Abendaufschlag. „Der kann bis zu 100 Prozent belaufen“, informierte Steiner.

„Wir waren nicht wild hinter jedem Falschparker her“, schwächte Achim Weitz, Leiter des Ordnungsamtes ab. Man habe nur die Autos abschleppen lassen, die ganz massiv Rettungsausfahrten behindert haben, oder solche, die trotz der vorher aufgestellten Warnschilder auf der Umzugsstrecke, ihr Fahrzeug nicht weggefahren haben. greg