Schriesheim

Schriesheim KSV zieht bei Jahreshauptversammlung Bilanz und gibt Ausblick / Corona macht Vereinskasse zu schaffen

Fanfarenzug ruht, Tanzgruppe startet

Für den Schriesheimer Kraftsportverein (KSV) heißt es, den Gürtel enger zu schnallen und nach neuen Einsparmöglichkeiten zu suchen. „Wir werden alles tun, um im nächsten Jahr wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können“, versprach Schatzmeister Albrecht Ehrke den Mitgliedern des Vereins bei der Jahreshauptversammlung, die unter strengen Corona- Auflagen in der KSV-Halle abgehalten wurde.

Während der Hochphase der Corona-Pandemie sind dem KSV laut Ehrke wichtige Einnahmen durch Sponsoren, Werbeverträge, Veranstaltungen und Spenden verloren gegangen, so dass sich der Schwerpunkt der Einnahmen in Richtung Beiträge verlagert habe. Doch auch die Mitgliederzahl sinkt.

Um den Mitgliederverlust, der in fast allen Sparten zu verschmerzen ist, zu stoppen, will der Verein verstärkt die Werbetrommel rühren. „Anfang des Jahres lag der Mitgliederstand bei 1012, das waren 28 weniger als im zurückliegenden Jahr“, ergänzte der Vorsitzende Herbert Graf. Allerdings erhofft sich der Vorstand Mittel aus dem Corona-Soforthilfeprogramm von Bund und Land. Außerdem hat er einen Antrag auf Lohnkostenerstattung gestellt, führte Ehrke weiter aus. „Pro Mitglied könnten rund 15 Euro an Zuschuss gewährt werden“, rechnete er vor, ergänzte aber, dass diese zurückgezahlt werden müssten, falls der Verein Gewinne wieder einfahre.

Sparkurs geht weiter

Der seit Jahren eingehaltene Sparkurs, dank dem sich die Verbindlichkeiten im zurückliegenden Jahr um knapp 22 000 Euro reduziert hätten, werde auch in Zukunft weiter kontinuierlich fortgesetzt, betonte Graf. Doch leider hätten die angeordneten Corona-Maßnahmen vieles in Frage gestellt. „Wir mussten am 17. März den kompletten Sportbetrieb einstellen und Tags darauf auch das ’medaktiv’ schließen“, klagte er. Um keine Mitglieder zu verlieren, habe der Übungsleiter wöchentlich zwei Videos aufgenommen und zur Verfügung gestellt.

Während des Lockdowns wollte Studioleiter Wolf Dieter Gehrig die Hände nicht in den Schoß legen und machte sich mit einem Team von Helfern an Renovierungsarbeiten in Umkleide, Sauna und Reharaum. „Das Renovierungsteam hat aus einem in die Jahre gekommenen Studio ein neues geschaffen“, lobte der Vorsitzende. Weiter berichtete er von einem Umbruch in der Abteilung Ringen. Nachdem Abteilungsleiter Marc Hartmann mit seiner kompletten Mannschaft zurückgetreten war, wurden Dieter Philipp und Peter Schmitt mit der kommissarischen Leitung beauftragt. „Ihnen gelang es in kurzer Zeit, in der Regionalliga eine komplette Mannschaft aufzustellen“, erklärte Graf.

Um die Kommunikation innerhalb des Vereins zu verbessern, wurden zweimal wöchentlich Sprechstunden im Büro eingerichtet. Ein Sorgenkind sei der Fanfarenzug, der sich im Stillstand befinde. Neu wolle der KSV eine Tanzgruppe zu etablieren. Ein Helferfest, natürlich im Freien, sei für 26. September geplant.