Schriesheim

Schriesheim Technischer Ausschuss genehmigt einstimmig Errichtung eines Einfamilienhauses in der Talstraße 92

Fast vier Jahre nach dem Brand darf neu gebaut werden

Tausende von Autofahrern passieren und kennen daher diese Stelle, nun kann die durch ein Feuer in der Nacht auf den 30. November 2014 entstandene Baulücke endlich wieder komplett geschlossen werden: Einstimmig genehmigte der Technische Ausschuss des Schriesheimer Gemeinderates am Montagabend den Antrag auf Neubau eines Einfamilienhauses in der Talstraße 92.

Der Bauherr plant die Errichtung eines 11,5 mal sieben Meter großen Wohnhauses mit zwei Vollgeschossen und einem ausgebauten Satteldach von 45 Grad Neigung. Die Firsthöhe liegt bei elf Metern, das Gebäude wird traufseitig zur Talstraße hin ausgerichtet. „Es ist ein Haus ohne großen Firlefanz“, formulierte Beate Kreis vom Bauamt, „ohne Gauben und ohne sonstige Anbauten.“

Im vergangenen Jahr hatte das Gremium schon einmal über dieses Ansinnen beraten, dabei allerdings einen „größtmöglichen Abstand des Gebäudes zu dem vorhandenen Gehweg“ gefordert, um dessen Verbreiterung zu erreichen. Die Verhandlungen mit dem Bauherrn ergaben nun einen Abstand des Gebäudes von der Grundstücksgrenze von 65 bis 72 Centimeter.

Ohne Ausnahmen nicht bebaubar

Ähnliche Probleme gab es auch im hinteren Bereich, wo das Grundstück an den Kanzelbach stößt. Gemäß § 29 Wassergesetz des Landes Baden-Württemberg wäre eigentlich ein Abstand von fünf Metern notwendig gewesen. Auf Bitten der Stadt erlaubt das Wasserwirtschaftsamt „eine Unterschreitung des Abstands um bis zu 3,80 Meter“.

Der Grund ist klar: Breiter Gehweg vorne und breiter Abstand zum Bach hinten – „da wäre das Grundstück kaum mehr bebaubar gewesen“, erläuterte Beate Kreis dem Ausschuss. „Doch so hat die Sache doch noch eine gute Wendung genommen“, meinte auch Bürgermeister Hansjörg Höfer zufrieden.

Der Ausschuss sah dies ebenso. „Wir sind froh, dass eine Lösung gefunden wurde, die baurechtlich verträglich ist“, meinte Grünen-Fraktionschef Christian Wolf – auch wenn mit dieser Planung „unser Ziel von einem Meter Gehweg bei Neubauten nicht ganz erreicht wird“. An dieser Stelle sei dies jedoch nicht dramatisch, weil es das letzte Haus auf dieser Seite sei und der Gehweg hier alleine seiner Erschließung diene.

Neben diesem Bauantrag hatte der Ausschuss auch mehrere aus dem Stadtteil Altenbach auf seiner Tagesordnung. „Das ist ein gutes Signal“, freute sich SPD-Fraktionschef Sebastian Cuny: „Damit ist ein Ziel, das wir mit dem Branich-Tunnel erreichen wollten, gelungen.“

Der erste Altenbacher Antrag betraf den Umbau des Dachgeschosses sowie den Anbau eines Balkons im Birkenweg 3. Die Umsetzung der Planung setzt einige Ausnahmen wie etwa die Überschreitung der Geschossfläche voraus. Trotzdem zeigte sich der Ausschuss konziliant.

„Eine Altenbacher Familie schafft für ihren erwachsenen Nachwuchs Wohnraum im eigenen Haus, indem sie den bereits bestehenden Wohnraum ausbaut“, begründete Christian Wolf. Dies sei vertretbar, da das Grundstück noch größer wäre, wenn der Eigentümer der Stadt nicht einen Teil seines Geländes zur Gestaltung des Birkenweges abgegeben hätte.

Ebenfalls einstimmig genehmigt wurde der Um- und Erweiterungsbau für ein Wohnhaus in der Kippstraße 11, auch dies in Altenbach.