Schriesheim

Schriesheim Alfred Mohr wird 90 Jahre alt

Feiern mit der Großfamilie

Alfred Mohr, der am Dienstag, 13. August seinen 90. Geburtstag feiert, kann nicht nur auf eine bewegte Vergangenheit schauen, er kann auch auf eine große Schar an Kindern, Enkeln und Urenkeln blicken, die alle kommen, um zu gratulieren und mit ihm zu feiern: Elf Kinder, 22 Enkelkinder und 14 Urenkel gehören zur Großfamilie. „Ich bin ein waschechter Schriesheimer“, erzählt der Jubilar im Gespräch mit dem „MM“.

Sein Elternhaus stand in der Landstraße, wo sein Vater ein Geschäft für Mühlen-Zubehör führte und in dem er später auch noch selbst arbeitete. Langeweile kannte der junge Alfred nicht, wuchs er doch mit acht Stiefgeschwistern und nach er Wiederheirat des Vaters mit fünf weiteren Geschwistern auf. Doch der Krieg zerstörte die Idylle: Von acht Geschwistern, die in den Krieg ziehen mussten, kehrte keiner mehr aus Russland zurück.

Liebe auf den ersten Blick

„Ich war noch zu jung, um eingezogen zu werden“, erinnert er sich. Doch auch er erlebte Bombennächte im Keller. Im Alter von 21 Jahren begegnete ihm das große Glück in Gestalt seiner Johanna: „Ich habe sie auf der Landstraße zwischen Leutershausen und Schriesheim kennengelernt.“ Sie habe ihn angesprochen und nach der nächsten Apotheke gefragt, erzählt er; seine Augen strahlen, und er bekennt, dass er nie gewagt hätte, sie so einfach anzusprechen: „Für mich war es Liebe auf den ersten Blick“.

Aber auch die ein Jahr ältere Johanna war von ihm angetan, und so nahm sie dann auch die Einladung zum Kinobesuch in Heidelberg an. Alfred Mohr ist auch heute noch ein Mann schneller Entschlüsse. Nach einem Jahr führte er sie zum Traualtar, und auch das erste Kind ließ nicht lange auf sich warten.

Das Paar zog von Leutershausen nach Schriesheim und wohnte zunächst in der Hüb‘schen Mühle. Da der Betrieb seines Vaters mangels Mühlen nicht mehr existierte, lernte der Sohn den Beruf eines Gipsers, um seine große Familie zu ernähren. Obwohl er immer ein Familienmensch war und seine Frau und Kinder im Mittelpunkt seines Lebens standen, fand Mohr immer genügend Zeit, seinem Hobby zu frönen, dem Fußball und seinem Verein, dem SV Schriesheim 1919.

„Zum Fußball bin ich durch meine Brüder gekommen“, berichtet er und nennt die Jahre als Torwart seine schönste Zeit. „Ich war viele Jahre als Kassier in der Vorstandschaft“, blickt er zurück und er kann sich auch noch an den damaligen Vorsitzenden erinnern, „das war Gustl Mühl“. Er hat eine ganze Sammlung Zeitungsartikel angelegt, die über die Erfolge des SV berichten; besonders stolz ist er auf einen Artikel, in dem er als „ der Schaffer“ im Verein bezeichnet wird.

Spazieren, Gymnastik und Lesen

Noch heute geht er gerne auf den Fußballplatz und er versäumt auch kaum ein Auswärtsspiel. Fit hält er sich mit Spazierengehen, einmal wöchentlich besucht er den DRK-Gymnastikkurs und ist ein eifriger Zeitungsleser.

Trotz seiner 90 Jahre führt er alleine seinen Haushalt im Steinschleifenweg. Unterstützt wird er von seiner Tochter und seinem Sohn, der im gleichen Haus wohnt. Auch wenn am Dienstag sein Geburtstag ist, wird erst am Wochenende mit seiner gesamten Familie in der Weinscheuer Majer ganz groß gefeiert.