Schriesheim

Schriesheim Kameradschaftsabend der Feuerwehr / Ehrungen und Geselligkeit stehen im Vordergrund / Wünsche für das Jahr 2020

Frauen an der Spitze angekommen

Archivartikel

„Ihr seid das Spiegelbild der Gesellschaft“ rief Bürgermeister Hansjörg Höfer beim Kameradschaftsabend den Schriesheimer Floriansjüngern zu. Er bedauerte, dass innerhalb der Gesellschaft Respekt und auch die Achtung vor den Menschen, die sich mit ihrem Leben für das Gemeinwohl einsetzten, immer mehr verloren gingen.

„Euer ehrenamtlicher und uneigennütziger Dienst an der Gesellschaft ist nicht hoch genug zu schätzen“, dankte er. Den Frauen an deren Seite zollte er seine Anerkennung dafür, dass sie „das Hobby ihres Mannes“ mittragen und ihn unterstützen. Für das gerade angefangene Jahr 2020 wünschte er ein ruhiges Jahr und vor allem keine Unfälle. „Wir wollen doch im nächsten Jahr wieder so vertraut zusammensitzen“, drückte Höfer seine Hoffnung aus.

Seit jeher gilt der „Kameradschaftsabend“ der Schriesheimer Wehr als ein Abend, an dem neben Ehrungen auch die Geselligkeit im Vordergrund stehen. Hatten in der Vergangenheit immer die fröhlichen Melodien des Spielmannszug den Kameradschaftsabend eröffnet, musste an diesem Abend krankheitsbedingt auf die Musiker verzichtet werden. Kommandant Oliver Scherer, der die gesellige Runde begrüßte, ging auf den Tod zweier sehr verdienter Kameraden ein, Georg Weber und Manfred Ortmann. „Für sie war es nicht nur Dienst an den Bürgern, es war für sie eine Lebenseinstellung und dafür kann man nicht genug danken“, sagte er bewegt.

„Zu einem Dank für soziales Engagement und für Einsatz zum Wohl der Bürger gehören auch Ehrungen“, leitete Scherer zum Höhepunkt des Abends über. Die Ehrung der Kameraden in der Jugendwehr übernahm Louise Helfmann. In ihrer Ansprache ging sie auf das Leitbild sowie die Regeln ein, die ein kameradschaftliches Miteinander möglich machen. „Diese helfen den Jugendlichen nicht nur in ihrer persönlichen Entwicklung, sie sind auch im späteren Berufsleben unabdingbar.“ Sie sprach ebenfalls die sich verändernde Gesellschaft an und klagte über Intoleranz, weiter zunehmende Rücksichtslosigkeit und Ignoranz.

Gewalt gegen Helfer

Sie sehe gerade darin eine Verantwortung bei der Feuerwehr, den jungen Kameraden diese doch so erforderlichen Werte zu vermitteln, die sie möglicherweise in der Gesellschaft, in der Schule oder sogar im Elternhaus nicht mehr bekämen. Daher sähen die Jugendgruppenleiter ihre Aufgabe nicht allein im übermitteln von wehrtechnischen Wissen, sondern sie sähen sich auch als Pädagogen. Sie freue sich, einige verdiente Mitglieder zu ehren. Für sechs Jahre als Jugendleiterin ehrte sie Katharina Fließer und für fünf Jahre Jugendarbeit Nicola Spatz. Weitere Ehrungen gingen an Lia Hähmel und Torten Riedling.

Dass die Gewalt gegenüber den Helfern der Feuerwehr wie auch anderen Einsatzkräften enorm zugenommen habe, darüber klagte auch Patrick Janowki, Stellvertreter vom Rhein-Neckar Kreis. „So etwas darf es nicht geben“, unterstrich er. Die Schriesheimer Kameraden nannte er eine starke Gruppe, die stets eine vorbildliche Arbeit geleistet habe. Er freue sich, dass auch in den Führungspositionen die Frauen das Sagen haben. „Macht so weiter“, rief er ihnen zu.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielten die Ehrennadel in Gold: Georg Frank, Kurt Reinhardt und Martin Zipperle. Für 25 Jahre Feuerwehrdienst ging die Ehrennadel in Silber an Andreas Ullrich. Karl-Martin Rau erhielt die Ehrennadel in Gold in einer besonderen Ausführung für 50 Jahre Feuerwehrdienst. Für besondere Verdienste um die Wehr wurde Andreas Baar mit dem Feuerwehr Ehrenkreuz in Bronze augezeichnet. Und Katharina Fießer und Nocolas Spatz wurden für drei Jahre Jugendarbeit mit der Ehrenmedaille in Bronze ausgezeichnet. Und für 6 Jahre Jugendarbeit erhielt Lisa Hähmel den Ehrennadel in Silber.

Für 20 Jahre Jugendarbeit ging die Ehrennadel in Gold an Thorsten Riedling. Dennis Grüber bekam die Ehrennadel in Bronze für 10 Jahre Mitgliedschaft. Die Ehrennadel in Gold erhielt für 20 Jahre Rigo Röger, die Ehrennadel in Gold ging für 30 Jahre an Anita Urban vom Spielmannszug. Ebenfalls für 40 Jahre Feuerwehrdienst mit Gold honoriert wurden Franziska Reinhardt (Ursenbach) und Bernd Hartmann.