Schriesheim

Schriesheim Grüne erläutern ihre Einwände und Alternativen zur Generalsanierung des Gymnasiums

„Für ein dichtes Dach und Heizung im Winter“

„Es wurde immer nur weitergegeben, was positiv ist“, kritisiert Christian Wolf die Verwaltung. Und der Fraktionschef der Grünen nennt als Beispiel die bejubelte Meldung über den Bundeszuschuss von 6,7 Millionen Euro. Dessen ungeachtet sieht er die Gesamtkosten zur Sanierung des Kurpfalz-Gymnasiums von 32 Millionen Euro als „nicht verkraftbar“ an. Auf einer Veranstaltung tragen die Grünen nun ihre Haltung vor – im Vorfeld jenes 25. Juli, an dem der Gemeinderat über die Vergabe des Planungsauftrags entscheiden soll.

Trotz Biergartenwetters sind mehr als 50 Interessierte in den „Hirsch“ gekommen, nicht zuletzt Eltern und Elternvertreter, Mitglieder anderer Parteien, Schulleiter, die gesamte Spitze der Stadtverwaltung. Eine dreiviertel Stunde lang referiert Wolf mit Hilfe von Folien die Fakten.

Trotz 6,7 Millionen Euro vom Bund und zwei Millionen aus dem „Ausgleichsstock“ des Regierungspräsidiums ist die Belastung für die Stadt nach Ansicht der Grünen zu hoch. Hinzu kämen die üblichen Preissteigerungen („20 Prozent sind realistisch“, so Wolf) und die unsicheren Konjunkturaussichten. „Wer weiß, wie wir aussehen, wenn der Trump so weitermacht“, sekundiert Grünen-Finanzexperte Robert Hasenkopf-Konrad. Für andere Projekte wie Kindergarten und Feuerwehrhaus sei gar kein Geld mehr da.

Wolf verweist auf die Stellungnahme des Kommunalrechtsamtes und dessen „erhebliche Bedenken“ – „das heißt im Grunde: nein“, interpretiert er. Und die Bedingungen der Behörde seien nur schwer akzeptabel: keine neuen freiwilligen Leistungen anbieten (etwa sozialer Wohnungsbau), Steuererhöhungen, ja ganz neue Einnahmen schaffen.

„Neue Einnahmen“ – das bedeutet vor allem ein Neubaugebiet. Sechs Millionen soll es bringen. „Wir sind gegen ein Neubaugebiet, nur um an Geld zu kommen“, so Wolf.

Kleinere Lösung bevorzugt

Wie soll es weitergehen? „Wir sind keine Sanierungsverweigerer“, versichert er: „Wir wollen mur eine vernünftige Sanierung.“ Eine „kleine Lösung“ mit Reparatur der Fenster, des Daches und der Heizung. Vor allem soll das Provisorium in Containern vermieden werden, das alleine fünf der 32 Millionen Euro auffrisst. Diese „kleine Lösung“ sei möglich: „Die Zustände im Gymnasium sind gar nicht so schlimm“, betont Wolf und zeigt Fotos: Lehrerzimmer, Fachräume, viele Fenster, Akustikdecken, Treppenhäuser, Toiletten – vieles sei bereits gemacht: „All die bisherigen Investitionen würden bei einer Generalsanierung entsorgt.“

„Die Leute in der Schule wollen ein dichtes Dach über‘m Kopf, eine Heizung im Winter und, dass die Fenster schließen“, bringt es Stadtrat Georg Grüber wieder mal auf den Punkt. Als Zimmerer mit Bauprojekten erfahren, schätzt er, dass dies mit zehn Millionen machbar ist.

Derart einfacher Lösung widerspricht Bürgermeister Hansjörg Höfer: „Wer die Fenster saniert, muss auch ran an die Fassade“, referiert er die Meinung der Architekten. Engagiert wirbt er für die Zustimmung zur ersten Etappe der Planung im Wert von 1,5 Millionen Euro am 25. Juli: „Eine exakte Planung ist Voraussetzung, um zu sehen, worauf man verzichten kann und worauf nicht.“

Ablehnung oder auch nur Verzögerung wird laut Höfer dazu führen, „dass es zu keiner Sanierung des Gymnasiums kommt.“ Und: „Wenn das Projekt nicht bis 15. Juni 2019 begonnen hat, dann müssen wir den Bundeszuschuss zurückgeben.“