Schriesheim

Schriesheim Beschluss über Internet-Anbindung Altenbachs

Für Fibernet statt Telekom

Wenn alles so läuft wie geplant, dann wird Altenbach voraussichtlich ab März 2019 mit „schnellem Internet“ erschlossen und zum Ende des Jahres damit komplett versorgt sein. „Wir machen jetzt Nägel mit Köpfen“, erklärte Bürgermeister Hansjörg Höfer auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates Altenbach: „Ich hoffe, dass wir im nächsten Jahr hier sitzen und alle Bewohner in Altenbach ein schnelles Internet haben“.

Der Verlauf der Trasse soll von Wilhelmsfeld kommend über die Kipp Richtung Süden führen und von dort über eine Abzweigung weiter nach Ursenbach. Doch auch der nördliche Wohnbereich von Altenbach soll erschlossen werden.

Kosten: 463 000 Euro

Der Ortschaftsrat entschied sich einstimmig für den Anbieter Zweckverband Fibernet – und dies, obwohl dies mit Kosten von 463 000 Euro verbunden ist, wobei jährlich weitere 11 600 Euro auf die Stadt zukommen. Die Hälfte der Kosten müssen direkt bezahlt, die andere über einen Kredit finanziert werden. Da das Kabel an der Grundstücksgrenze endet, kommen auf den Hauseigentümer Kosten von 250 bis 350 Euro zu.

Der Ortschaftsrat entschied sich für dieses Angebot, obwohl man den Vectoring-Ausbau von der Telekom hätte kostenlos bekommen können. Doch dabei gab es ein Problem: Ursenbach wäre ausgeschlossen geblieben. Und dies wollte man den Nachbarn nicht antun, so entschloss man sich für die teurere Variante.

„Ich habe in Fibernet nicht das volle Vertrauen, würde mich aber freuen, wenn im nächsten Jahr Altenbach und Ursenbach am schnellen Internet angeschlossen sind“, äußerte sich Grünen-Fraktionschef Christian Wolf immer noch skeptisch. Er hätte auch gerne noch mit der Telekom gesprochen. Warum das nicht möglich war, darüber konnte er nur spekulieren: „Entweder wurde sie nicht eingeladen oder sie hatte kein Interesse“.

Glasfaser leistungsfähriger

An der Sitzung nahm der technische Leiter des Zweckverbands Fibernet, Werner Riek, teil, der dem Gremium die Vorteile und Technik eines kommunalen Glasfaserausbaus darlegte und damit zugleich die Nachteile der Kupfertechnik. „Im Vergleich zur Kupfertechnik besitzen die Glasfaser einen geringen Widerstand, was die hohe Leistungsfähigkeit ausmacht“, erläuterte er und nannte das Glasfaser die „Technik der Zukunft“. „Es gibt nichts, was Glasfaser das Wasser reichen kann“, so der Experte.

Hans Beckenbach (FW) unterstrich die Bedeutung schnellen Internets für die Altenbacher. „Der Zweckverband hat das bessere Netz für die Zukunft“. Dem schloss sich auch Karl Reidinger (CDU) an. Allerdings hätte auch er sich Gespräche mit der Telekom gewünscht.

Enttäuscht über die Telekom zeigte sich ebenfalls Karin Malmberg-Weber (SPD). Sie bekräftigte die Notwendigkeit eines schnellen Internetzugangs für die Bürger. „Auch wenn es viel Geld kostet, ist es eine richtige Entscheidung dem Zweckverband Fibernet das Vertrauen zu schenken“, ergänzte Stadträtin Renate Hörisch-Helligrath (SPD).

Bürgermeister Höfer dankte für die positive Entscheidung in dieser Angelegenheit und besonders für „die Solidarität mit Ursenbach“.