Schriesheim

Schriesheim Öffentliche Kandidatenvorstellung der Freien Wähler / Bereits erste inhaltliche Positionierungen

Für Jugendhaus und dritte Sporthalle

Archivartikel

Der Rahmen ist neu. Das Prozedere auch. Als Ort für die erstmalige öffentliche Vorstellung ihrer Kandidaten für die Gemeinderats- und Kreistagswahl entscheiden sich die Freien Wähler für die geschmückte Weinscheuer Majer. Und präsentiert werden die Bewerber nicht nach Listenplatz oder nach Alphabet, sondern in Gruppen, zusammengesetzt nach ihren Themenschwerpunkten.

Es ist an Friedrich Ewald, dem langjährigen Fraktionschef, die Kandidaten vorzustellen. Und er tut dies in der ihm eigenen Art – mit intimer Kenntnis aller familiären Verästelungen. Dabei entdeckt der Betrachter bekannte Schriesemer Namen, Menschen, die mit ihrer Kandidatur eine Familientradition fortsetzen: Sofia Hartmann, Enkelin des legendären Ehrenbürgers, Patricia Yilmaz, Tochter von Altstadtrat Wolfgang Metzger, Tanja Knopf, Tochter von Altstadtrat Dieter Knopf, Nadja Lamprecht, Tochter von Ewald.

Und Maximilian Zitsch, Sohn von Barbara Schenk-Zitsch, der grünen Stimmenkönigin von 2014, die daher an jenem Abend ebenfalls anwesend ist. „Ich kandidiere für die Freien Wähler, weil sie mir die Möglichkeit geben, die Arbeit meiner Mutter fortzuführen“, schreibt ihr Sohn im Kandidatenprospekt. „Wir freuen uns, ihn für uns gewonnen zu haben“, meint Ewald schmunzelnd.

Aufwertung der Talstraße

Spitzenkandidat ist Matthias Meffert, Leiter der Arbeitsgruppe Stadtbild. Seine Vorstellung ist auch eine Begründung dafür, warum er anfangs anders als die Mehrheit der Fraktion für die Schulsanierung votiert hat: „Schriesheim muss Schulstadt bleiben.“ Aber auch er bekennt: „Es wird kein einfacher Weg.“

Gerlinde Hartmann erteilt dem Neubau eines Feuerwehrhauses eine Absage: „Das ist nicht finanzierbar.“ Stattdessen plädiert sie für eine Aufwertung der Talstraße und beklagt, dass das riesige Areal einer Glaserei ungenutzt liegen bleibt: „Hier ist die Stadt gefordert.“ Patricia Yilmaz plädiert für ein Jugendhaus: „So etwas Schönes, wie der Lokschuppen einst war“, erinnert sie.

Nadja Lamprecht, Sprecherin der Arbeitsgruppe Familie, Schule, Freizeit, beklagt die Zwänge der Vereine und fordert: „Eine frühzeitige Kommunikation von Seiten der Stadt ist notwendig.“ Stephan Schmitt verlangt „flexiblere Öffnungszeiten“ in Kindergärten, Christina Eidenmüller den Bau der „dritten Sporthalle“.

Stadtrat Bernd Hegmann, Leiter der Arbeitsgruppe Gewerbe, beklagt den Zustand des Industriegebietes. Firmen verlagerten ihren Sitz, weil keine Expansion möglich, dagegen große Flächen wie bei Duscholux ungenutzt seien: „Hier muss die Stadt aktiv werden.“ Als Vorbild, wie es richtig geht, nennt er den Gewerbepark Hirschberg. Hegmann fordert ein neues Gewerbegebiet, und zwar gemeinsam mit Dossenheim. Spätestens dann aber werde unerlässlich, was Tanja Knopf jetzt schon fordert: eine zweite Zufahrt.

Für die Umweltgruppe plädiert Jutta Becker gegen Photovoltaik-Anlagen auf Ackerflächen („Sie gehören auf Dächer, nicht in die Landschaft“) und Klaus Hartmann gegen den Friedwald („Damit wird der Wald mit Füßen getreten“). Hans Beckenbach (Altenbach) und Caterina Papandra (Ursenbach) fordern, bei allem die Stadtteile nicht zu vergessen.