Schriesheim

Schriesheim Winzer üben auch Kritik an Hundehaltern

Gegen Vandalismus in den Weinbergen

Archivartikel

Die Schreckensnachricht erreichte den Winzer Stefan Röger am Mittwoch: Vermutlich am Osterwochenende hatten sich Vandalen bei ihrem Streifzug durch die Weinberge über die Winzerhütte der Winzergenossenschaft unterhalb der Strahlenburg hergemacht und den Fensterladen aus der Verankerung so herausgerissen, dass er durch einen neuen ersetzt werden musste.

Röger spricht von 10 bis 15 vermummten Gestalten, die aber nicht dingfest gemacht werden konnten. Die Zerstörungswut in den Weinbergen nehme immer mehr zu, klagen die Winzer. Laut Stefan Röger geht sie mit Beginn der warmen Jahreszeit los und nimmt bereits dramatische Formen an.

„Ein Dorn im Auge eines jeden Landwirts sind die typischen Party-Wegwerf -Grills“, betont er. Statt diese wie den gesamten Verpackungsmüll wieder mit nach Hause zu nehmen, würden sie achtlos in den Weinbergen entsorgt. Eine große Gefahr für Mensch und Tier stellten die zerbrochenen Flaschen dar. Da rede man oft gegen eine Wand.

Bei einer Ortsbegehung am Donnerstag, an der Bürgermeister Höfer und Winzer Karl-Heinz Spieß teilnahmen, zeigt er auf zwei Abwasserfallrohre, die an der Winzerhütte angebracht sind. Diese seien im vergangenen Jahr, nachdem sie herausgerissen und kaputt geschlagen wurden, erneuert worden. „Jetzt waren die Fensterläden das Ziel“, klagt Karl-Heinz Spieß.

Dass die Weinberge Spaziergänger wie auch Feiernde einladen, das begrüßen die Winzer durchaus. Doch sie erwarten von allen, dass sie ihren Müll wieder mitnehmen. Gerade erst wurden die Weinberge in einer groß angelegten Aktion des Jägerstammtischs gereinigt (der „MM“ berichtete). „Heute liegen wieder überall Müll und kaputte Flaschen herum“, schimpft Spieß. Ein besonderes Ärgernis sind Hundebesitzer, die den Kot ihrer Tiere zwar eintüten, dann aber achtlos in die Reben werfen. Außerdem scheuten sich Gassigeher nicht, private Grundstücke zu nutzen: „Die wollen sicher auch nicht, dass jemand durch ihren Garten geht.“

Bürgermeister Höfer verweist darauf, dass die Stadt Tütenspender aufgestellt habe, doch um die Entsorgung der Hinterlassenschaften müssten sich die Hundebesitzer kümmern. Er fordert sie auf, den Kot mitzunehmen. „Wir wollen niemanden aus den Weinbergen vertreiben“, betont Spieß: „Wir wollen an die Vernunft appellieren, nach dem Feiern auch den Abfall wieder mitzunehmen.“ greg