Schriesheim

Schriesheim Gestern Abend Sitzung des Technischen Ausschusses / Für die Evangelische Kirchengemeinde Ausnahme von der Altstadtsatzung

Gemeindesaal wird barrierefrei erschlossen

Die Evangelische Kirchengemeinde Schriesheim schreitet fort in ihrem Bemühen, ihre Gebäude und Infrastruktur zu sanieren und zu modernisieren: Nach Umbau der Kirche samt Renovation der Orgel und Umgestaltung des alten Gemeindehauses zum Begegnungszentrum "mittendrin" plant sie nun die barrierefreie Ergänzung des Gemeindesaals.

Die Pläne sehen vor, die Toilette im Kellergeschoss barrierefrei zu erschließen. Dies ist nach Lage der Dinge nur durch einen Aufzug möglich, für den neben der bisherigen Treppe ein eingeschossiger Anbau errichtet werden muss. Er sollte anfangs Richtung Norden vier Meter und nach Osten drei Meter vor das bestehende Gebäude treten.

Zudem sieht die Planung für den Anbau gemäß der bereits bestehenden Bausubstanz ein Flachdach vor. Dieses ist nach den Bestimmungen der Altstadtsatzung jedoch nicht zulässig. Gleichwohl stimmte sowohl im April der Technische Ausschuss als auch in dessen Folge das Landratsamt einer Befreiung des Bauprojektes von dieser Vorgabe zu.

Eigentlich hätte die Kirchengemeinde dann loslegen können, doch es kam zu einer Umplanung. "Entgegen den genehmigten Plänen soll der Anbau nunmehr in verkleinerter Form ausgeführt werden", hieß es in der Verwaltungsvorlage, die dem Technischen Ausschuss in seiner Sitzung gestern Abend vorlag.

Demnach verringert sich die Länge des Baukörpers um zwei auf 6,30 Meter, die Erweiterung Richtung Norden um zwei auf zwei Meter und Richtung Osten um 50 Zentimeter auf 2,50 Meter vor das bestehende Gebäude. "Der Abstand zur öffentlichen Fläche fällt damit großzügiger aus", bilanziert die Bauverwaltung zufrieden. Allerdings soll es bei einem Flachdach bleiben, das nun erneut genehmigt werden musste. Und diesmal erst recht empfahl die Verwaltung eine Befreiung vom Verbot der Altstadtsatzung. "Immerhin hat ja auch das bestehende Gemeindehaus schon ein Flachdach", argumentierte Beate Kreis vom Bauamt.

"Einmal ein Flachdach, immer ein Flachdach" fasste Stadtrat Karl Reidinger die Haltung der CDU-Fraktion in der Frage zusammen. "Es ist erfreulich, dass das Gebäude barrierefrei umgestaltet wird", ergänzte Fadime Tuncer von den Grünen, "da darf man Kompromisse machen."

Jetzt müssen nur noch einmal die kircheninternen Gremien in Karlsruhe konsultiert werden, erklärte Kirchengemeinderat Thomas Rufer nach der Sitzung dem "MM": "Dann soll es aber gleich losgehen."

Unter den weiteren Punkten des Ausschusses gestern Abend stieß vor allem ein Bauantrag aus dem knapp 190 Einwohner zählenden Ortsteil Ursenbach auf freudige Zustimmung. Ein Bauherr plant im rückwärtigen Bereich des Grundstückes in der Ortsstraße 5 b, also der Hauptstraße, die Errichtung eines elf mal zwölf Meter großen Einfamilienhauses mit zwei Stockwerken. "Das ist", freute sich Bürgermeister Hansjörg Höfer, "etwas ganz Besonderes."