Schriesheim

Schriesheim Gemeinderat diskutiert schlechten Zustand des DRK-Heims / Grundsatzbeschluss in der nächsten Sitzung

Gesundheitsgefahr durch Schimmel im Heim

Archivartikel

Schimmelbefall und Modergeruch: Das Zeugnis, das Bernd Hegmann dem DRK-Heim in der Ladenburger Straße ausstellte, war denkbar schlecht. Der FW-Sprecher schilderte jetzt im Gemeinderat seinen Eindruck besonders vom Raum des Jugendrotkreuzes, den er bei der DRK-Jahreshauptversammlung in Augenschein nahm: Dessen Zustand stelle „eine große Gesundheitsgefährdung“ für die Jugendlichen dar.

Bereits Anfang Juni stellte die Fraktion einen Eilantrag, der allerdings erst jetzt auf die Tagesordnung kam, verbunden mit einem Appell Hegmanns: „Es besteht ein eiliger und dringender Sanierungsbedarf.“

„Baustelle ist abgearbeitet“

Seine Fraktion habe bereits 2018 beantragt, 30 000 Euro dafür im Haushalt einzustellen. Das Geld sei aber nicht abgerufen worden, entgegnete Bürgermeister Hansjörg Höfer: damals sei es um die vorübergehende Unterbringung eines Notarztes in dem Gebäude gegangen. „Bei der Begehung“, formulierte er, „hat sich ergeben, dass das DRK den Raum bereits in Eigenregie gestrichen hat.“

Für die Verwaltung sei damit klar gewesen: „Diese Baustelle ist abgearbeitet.“ Schimmel und Modergeruch seien indes schon früher aufgetreten: Nur die Hälfte der Räume werde regelmäßig genutzt, andere dienten als Lager, weshalb nicht regelmäßig geheizt werde. Das Gebäude sei in einem „energetisch schlechten Zustand“.

Dafür sprachen auch die Zahlen, die die FW ans Ende ihres Antrags stellten: 2017 wurden 4900 Euro für Heizkosten aufgewendet, im Folgejahr waren es 6000 Euro.

Auch ihre Fraktion habe sich ein Bild vom Zustand des Hauses gemacht, nickte Fadime Tuncer (GL): Der Schimmel sollte schnellstmöglich beseitigt und für die Sanierung ein eigenes Gutachten erstellt werden.

„Wir müssen schnellstmöglich handeln“, fand auch CDU-Stadträtin Andrea Diehl; die meisten Räumlichkeiten seien sehr gepflegt, die DRK-Mitglieder würden hier sehr viel Herzblut investieren; weshalb sie und Liselore Breitenreicher (BgS) dann auch den ehrenamtlichen Helfern dankten.

Gleichwohl schwang bei Diehl wie auch bei SPD-Fraktionssprecher Sebastian Cuny und Wolfgang Renkenberger (FDP) ein gewisses Unbehagen angesichts des baulichen Zustands mit.

Entscheidung im September

Zwar ließ Thomas Kröber (AfD) verlauten, dass er das Gebäude noch nicht kenne, doch gab ein TÜV-Gutachten vom Februar 2018 beredt darüber Auskunft: 80 Fotos, überall im Gebäude aufgenommen, zeigten Schäden im Außenputz, veraltete Installationen, volle Lager oder einen improvisierten Aufenthaltsraum mit altem Mobiliar und greller Neonbeleuchtung. Moniert wurden Stolperfallen nach einer 1991 erfolgten Sanierung, ebenso, dass Anlagen nicht mit den Grundrissen übereinstimmten.

Vorgeschlagen wurden ein Brandschutzkonzept, die Erneuerung von Trinkwasserleitungen, die Prüfung von elektrischen Leitungen sowie Flucht- und Rettungswegen.

Handlungsbedarf sah der TÜV zudem bei der Terrassentür, durch die nach Starkregen Wasser eintritt, bei der Fassade „ohne wesentliche Dämmung“, bei den Außenfenstern, die nicht mehr der Energie-Einsparverordnung entsprechen sowie beim Flachdach, das mit Kunststoff abgedichtet ist. Weitere Baustellen: Mineralfasern in der Rohrdämmung sowie wahrscheinlich Asbestschnüre in den Rohrdichtungen.

Höfer fasste zusammen: „Wir haben einen erheblichen Investitionsstau.“ In der nächsten Sitzung, darin stimmte ihm der Rat zu, soll ein Grundsatzbeschluss gefasst werden, was in Sachen DRK-Heim geschehen soll.