Schriesheim

Schriesheim Kurpfalz-Gymnasium gewinnt beim „Ideenwettbewerb Rhein-Neckar“ die Auszeichnung für die beste Schule sowie die drei ersten Plätze

GPS-Hundeball holt den Hauptpreis

Archivartikel

Hundebesitzer kennen das Problem. Damit ihr vierbeiniger Liebling sich bewegt, werfen sie beim Gassigehen den Ball – und finden ihn dann selbst zuweilen nicht mehr. Rebecca Aylin Reese, Schülerin am Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim, hat dafür eine Lösung entwickelt: Sie kreierte einen „GPS-Hundeball“, der es ermöglicht, ihn an jeder Stelle zu orten.

Mit ihrer Erfindung gewann sie gerade den ersten Preis des „Ideenwettbewerbs Rhein-Neckar“ für die Schulen des Landkreises. Ausgelobt wird er von dem in Wiesloch ansässigen Maschinenbau-Unternehmen Zahn, das vor zehn Jahren selbst einen Innovationspreis erhielt. Das Preisgeld verwendete Harald Zahn als Grundstock für den Schulpreis, den er alle zwei Jahre auslobt. Ein Patentanwalt überprüft, ob die eingereichte Idee wirklich neu oder nur aus dem Internet abgekupfert ist.

Diesmal schnitt das Kurpfalz-Gymnasium Schriesheim als erfolgreichste Schule des Landkreises ab. Sie holte den Schulpreis, das meiste Preisgeld und die drei ersten Preise, ein Schüler gleich zwei, den sechsten und den neunten. Konzentriert sind die Preisträger in der heutigen Klasse 8 d, in der Projektleiter Achim Wagenblaß Physiklehrer ist. „Dieser Erfolg ist auch sein Verdienst“, lobt Schulleiter Jürgen Sollors bei der jetzigen Würdigung im Rektorat. Der Pädagoge engagiert sich persönlich für die Sache, motiviert Schüler, unterstützt sie, wo dies gewünscht ist: „Übrigens ist es keineswegs so, dass nur Schüler, die Asse in Physik sind, mitmachen und erfolgreich sind.“

Anregungen aus dem Alltag

Oft bilden Erlebnisse aus dem Alltag den Anlass. So wie bei Rebecca Aylin Reese. Die Erstplatzierte kam auf ihre Idee, weil sie selbst einen Hund hat. „Wir sind immer am Suchen nach dem Ball“, erzählt sie schmunzelnd. Ihr GPS-Hundeball lässt sich nun überall finden – im Garten, im Haus, sogar im Schrank. „Das müsste es auch für Geldbeutel geben“, schmunzelt der Schulleiter. „Und für Autoschlüssel“, wird ergänzt.

Über Platz 2 konnte Wagenblaß wenig sagen. Diese Idee ist nämlich so interessant, dass die Firma Zahn daran Interesse zeigt und um Stillschweigen gebeten hat. „Natürlich geschieht alles bei Wahrung ihres Urheberrechtes“, versichert er.

Über Platz 3 könnten sich viele Städte und Hausbesitzer freuen: die von Alina Haberkant und Rebecca Rieger entwickelte „Kaugummi-Entfernungsmaschine“ in Form eines Rollators. „Als erstes wird ein Kältespray aufgebracht und die erkaltete Flüssigkeit dann aufgesaugt“, berichtet Alina. „Aus dem gewonnenen Material kann ein Mülleimer gebaut werden“, ergänzt Rebecca. „Aus Müll werden Mülleimer – ist doch super“, freut sich der Schulleiter.

Der vierte Platz ging nicht nach Schriesheim, der fünfte aber schon. Dabei handelt es sich um den Lichtausschaltungsverzögerer von Andrej Gurenko. Dank dessen dauert es, nachdem man das Licht gelöscht hat, eine bestimmte Zeit, bevor es wirklich dunkel wird. „Das ist etwa nützlich, wenn man ins Schlafzimmer tritt“, berichtet der Schüler: „Dann stolpert man nicht mehr.“

Die Plätze 6 und 9 gingen an Henry Bruckmann. Er entwickelte einen „Hygienetimer“, der Seife und Desinfektionsmittel so lange auf einem Gegenstand hält, bis alle Keime entfernt sind. Und einen Stift, der Füller und Tintenkiller zugleich ist: „Das umständliche Hantieren mit zwei verschiedenen Stiften entfällt.“