Schriesheim

Gut gedacht, gut gemacht

Archivartikel

Konstantin Groß zur Fusion der Kirchengemeinden

Was politische Körperschaften zuweilen nicht hinbekommen, hat die Evangelische Kirchengemeinde Schriesheim geschafft: die Fusion zweier Teile der Gemeinde samt konkreter Änderungen. Das ist nicht selbstverständlich, denn gut gedacht ist ja nicht immer gut gemacht.

Gut gedacht ist diese Fusion schon deshalb, weil die Teilung stets eine künstliche war. Sie entstammt einer Zeit, in der auch die Kirchen in Sachen Infrastruktur auf Expansionskurs fuhren. Die Grenze wurde willkürlich allein auf der Basis der damals noch hohen Gläubigenzahlen gezogen und immer wieder verändert, wie etwa die wechselnde Zuordnung des Branich zeigt. Da dadurch faktisch die Altstadt von den Neubaugebieten der 1960er Jahre getrennt wurde, wirkte sie auch für die Gemeinde selbst sicher nicht gerade integrierend.

Insofern ist es kein Schaden, dass die Trennung aufgehoben wurde. Dass sie geräuschlos verlief, ist dennoch nicht selbstverständlich, sondern im Vorgehen begründet. Etwa in jenem Ausschuss, der alles vorbereitet hat.

Dies ist umso wichtiger, als diese Reform nicht die letzte sein wird. Der Verlust an Gläubigen und finanziellen Ressourcen in der evangelischen Kirche allgemein wird auch an der hiesigen Gemeinde auf Dauer nicht spurlos vorüber gehen. Auch in diesem Sinne ist Schriesheim – und hier passt das Bild ja irgendwie treffend – keine Insel der Seligen.