Schriesheim

Schriesheim Bayerisches Frühlingsfest auf dem Mathaisemarkt / Wenig Besucher

Helmut und Mike geben alles

Archivartikel

Mit einem Bayerisches Frühlingsfest sollte der sonst publikumsarme Mathaisemarkt-Montag etwas aufgepeppt werden Gut gedacht und es hätte auch funktioniert, wenn da nicht Corona wäre. „Der sicherste Ort, sich gegen den Virus zu schützen, ist heute Abend im Zelt“, spöttelte, ein Mann, der bayerische Luft schnuppern wollte und im Festzelt aber nur auf gähnende Leere stieß.

Auf der Bühne flackerte die Discobeleuchtung in sämtlichen schillernden Farben, die sich mit dem Nebel vermischten und der Party die passende Atmosphäre gaben. Etwas verloren stand „Hütten Helmut“ in seinem bayerischen Outfit auf der Bühne und worauf er blickte, waren leere Tische. Nur am hinteren Ende des Zeltes standen einige Jugendliche, die aber nicht so recht wussten, ob sie bleiben oder gehen sollen.

Als dann aber Hütten Helmut, der sich vom österreichischen Dachsteingletscher nach Schriesheim begab, den Jugendlichen zurief, sie mögen sich doch zur Bühne begeben, änderte sich die Stimmung ein wenig. Und nach den ersten Songs von ihm kam dann sogar etwas Feierlaune auf und das große Festzelt sah nicht mehr allzu trist aus. Als Profi, der stets in vollen Hallen und Festzelten gastiert, wusste er, wie man die Jugend zum Mitfeiern bewegen kann. Er baute sie einfach in sein Programm mit ein und bei „Helapalu“ schwappte die Stimmung unter den wenigen Besuchern über, was er mit einem „Wahnsinn“ dotierte. Und bei „Einer für alle und alle für Malle“ stürmte die Truppe schließlich die Bühne.

„Als echter Schriesemer Bua muss man jeden Abend auf den Mathaisemarkt“, bescheinigte Tobias. Er hoffe aber, dass das Zelt am nächsten Tag bei der Mallorca Party richtig voll sein werde. Dann zeigte er sich doch etwas überrascht, als er hörte, dass es noch Karten gibt. Eine andere Gruppe Jugendlicher saß etwas gelangweilt an einem Tisch. „Wenn die Flasche Wein leer getrunken ist, dann gehen wir.“

Nachdem Hütten Helmut die Bühne verlassen hatte und diese Mike aus Hessen überließ, der in seinem Programm echte Festzeltmusik hatte, konnte man mit ihm schon Mitleid haben. Die meisten Jugendlichen hatten bereits das Festzelt verlassen und nur noch rund 50 tanzten zum „Fliegerlied“. „Wir werden spätestens gegen 22 Uhr schließen, das wird dann den Anwohnern gefallen“, versuchte die Festzeltwirtin dem Flop noch etwas Ironie abzugewinnen. Ein Trost für sie, auch bei den Fahrgeschäften auf dem Rummel herrschte Flaute und das, obwohl der Abend trocken und recht warm war. greg