Schriesheim

Schriesheim Ergebnisse der Gesellschafterversammlung des WVE

Hohe Verluste in den Wasserleitungen

Archivartikel

In der Gesellschafterversammlung des Wasser- und Versorgungsbetriebs (WVE) hat der Gemeinderat Bürgermeister Hansjörg Höfer mit einer Vollmacht zur Beschlussfassung ausgestattet. Kämmerer Volker Arras erklärte, dass die Stadt mit über 50 Prozent Mehrheitseigentümer der WVE sei. Weiter informierte er darüber, dass die vor rund 25 Jahren gegründete Zusammenarbeit nach wie vor sehr gut funktioniere.

Rücksprache mit Bauamt halten

In der Versammlung stellte die WVE auch die aktuelle Instandhaltung und Wartung der Anlagen vor: Alle wasserführenden Systeme seien in einem einwandfreiem hygienischen wie auch baulichen Zustand, ferner würden alle Maßnahmen mit dem Bauamt abgestimmt. Die Kosten für die Bewirtschaftung lägen bei 1,7 Millionen Euro und die Kapitalrücklage bei rund 13 Millionen Euro – diese fließe aber im Fall einer Auflösung komplett der Stadt zu.

Christian Wolf (GL) lobte die gute Zusammenarbeit, bat aber darum, in der nächsten Sitzung dem Gemeinderat die dort beschlossenen Punkte sowie den Tätigkeitsbericht im Nachhinein vorzutragen. Ein klares „Ja“ gab es auch auf Seiten der CDU, der Freien Wähler wie auch aus den anderen Parteien.

Thomas Kröber (AfD) fragte nach dem Schuldenstand und wollte den Grund für die Konstellation über 51 Prozent Anteile wissen. Arras antwortete, dass es keine Schulden gebe und die 51 Prozent einen wirtschaftlichen Hintergrund hätten: „Wir zahlen, wir bestellen“.

Ein Drittel versickert

Rainer Dellbrügge (SPD) stimmte dem Antrag ebenfalls zu, fragte aber, woran es liege, dass rund 25 Prozent des Wassers versickern. „Die Verluste sind einfach zu groß“, bemängelte er. Die Stadt beziehe insgesamt 900 000 Kubikmeter Wasser, von denen wiederum 600 000 Kubikmeter in den Verkauf fließen und mit 300 000 Kubikmetern rund ein Drittel des Wassers versickern. „Wir sind uns der Problematik schon bewusst“, räumte Arras ein. Als einen möglichen Grund für die hohe Menge von Wasser, die versickere, nannte der Kämmerer das veraltete Rohrsystem, das teilweise noch aus den 50er und 60er Jahren stamme – viele Bruchstellen habe man bereits gefunden, jedoch gebe es weitaus mehr, die noch nicht eruiert werden konnten.

Um dem Versickern entgegenzuwirken, habe die WVE an manchen Stellen „Horchdosen“ eingebaut. Arras ergänzte, dass auch das Rohrsystem aus den 70er Jahren mit minderwertigen Rohren ausgestattet sei und Probleme bereite. Geplant sei, jedes Jahr ein Prozent der Rohre auszutauschen, um dem Wasserverlust weiter entgegenzuwirken. greg