Schriesheim

Schriesheim Am letzten Öffnungstag des Jahres haben auch Vierbeiner Zugang zum Waldschwimmbad

Hunde tummeln sich im Becken

Warum das kostbare Nass aus dem Schwimmbecken ablassen, wenn man damit den Vierbeinern noch eine Freude bereiten kann, die doch sonst immer draußen bleiben müssen, während sich Frauchen oder Herrchen im kühlen Nass tummeln. Und so öffnet an diesem Tag zum allerletzten Mal in dieser Saison das Waldschwimmbad seine Tore – und zwar für Vierbeiner im Rahmen des beliebten Hundeschwimmens.

Und auch sie scheinen sichtlich Spaß zu haben. Mit einem Bauchplatscher, der manchem Zweibeiner zur Ehre gereichen würde, stürzen sie ins Becken. „Mami, hast du Hasso das Schwimmen beigebracht?“, fragt ein Mädchen seine Mutter; sie kann gar nicht glauben, dass ihr vierbeiniger Freund mit dem Schwimmen so gar kein Problem hat.

Die meisten von ihnen haben in der Tat keine Angst vor dem Wasser. Doch es gibt auch einige, die anfangs noch zögerlich sind. „Das verstehe ich nicht. Am Meer kann er vom Schwimmen gar nicht genug bekommen, doch hier scheint er Angst zu haben“, wundert sich ein Halter.

Um den Tieren den Einstieg ins Becken etwas zu erleichtern, bringt das Schwimmbad-Team an zwei Seiten eine Einstiegshilfe an. „Wenn sie angenommen wird, dann werden wir nächstes Jahr mehrere anbringen“, überlegt Thomas Merkel, Vorstandsmitglied des Trägervereins.

Kein Hygiene-Problem

Bei dieser Gelegenheit räumt Merkel die Bedenken einiger Kritiker aus, die den Badespaß für die Hunde am Ende der Saison für hygienisch bedenklich halten. „Wir haben am letzten Badetag die Filter abgeschaltet“, informiert er. Das bedeutet, dass das Wasser – bis es im Frühjahr abgelassen und das Becken gereinigt wird – gar nicht über die Filteranlage läuft. „Außerdem wären für den Filter Hundehaare und Menschenhaare ohnehin das Gleiche“, beruhigt er.

„Es ist einfach toll, wie viele unser Angebot annehmen“, freut sich der Chef des Trägervereins IEWS, Bernd Doll. Und das macht sich auch in der Besucherstatistik bemerkbar. In den ersten beiden Stunden können bereits 60 Hunde gezählt werden. „Das sind bereits jetzt mehr als im vergangenen Jahr, da waren es insgesamt nur 40“, führt Doll aus.

Dieser Erfolg hängt auch mit der Kooperation mit dem Verein der Hundefreunde zusammen, dem es auch seinerseits in diesem Jahr wieder gelingt, ebenfalls Kooperationspartner zu gewinnen. So gibt es einen Stand, der ganz besondere Hundehalsbänder verkauft, darüber hinaus selbst gemachtes Eis für Hunde, die darauf ganz verrückt sind, und einen Hundefotografen für das Erinnerungsfoto an diesen Tag.

Ist in den Sommermonaten das Waldschwimmbad mit fröhlichem Kinderlachen erfüllt, so ist es an diesem warmen Herbsttag lautes Hundegebell. Gleichwohl ist es erstaunlich, dass es keine größeren Attacken der Tiere untereinander gibt. Man bellt sich lediglich an und ist dann auch etwas missgelaunt, wenn ausgerechnet ein kleiner Wuschel dem Großen das Bällchen klaut und damit ins Wasser springt.

Plötzlich richten sich die Blicke auf einen mittelgroßen schwarzen Hund, der in einem Rollgestell, einer Art „Hunde-Rollstuhl“, hängt. „Er leidet an einer Querschnittslähmung“, berichtet Besitzerin Laura Knobloch. Doch diese Behinderung scheint ihm nicht zu stören: Das Tier bewegt sich in dem Gestell ebenso behände wie seine gesunden Artgenossen. Und auch das Schwimmen bereitet ihm sichtlich Freude.

70 000 Besucher in der Saison

„Wir sind mit der Besucherzahl am heutigen Tag sehr zufrieden“, bilanziert Bernd Doll. Überhaupt beschert der Sommer 2018 dem Waldschwimmbad einen Besucherrekord. „Wir haben knapp 70 000 Besucher gezählt“, berichtet er. Auch die Mitgliederzahl erreicht mit 6200 einen Höchststand. Allerdings kann diese während der Wintermonate wieder etwas zurückgehen, da nach Ende der Saison erfahrungsgemäß so mancher wieder austritt.

Nach dem Relaxen für Zwei- und Vierbeiner stehen Mitte Oktober die ersten Arbeitseinsätze an. „Da sind Malerarbeiten und Arbeiten in der Grünanlage zu machen“, erläutert der Vorsitzende. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.