Schriesheim

Schriesheim Sanierung im Ortsteil Altenbach ist eines der kompliziertesten und teuersten Straßenbauprojekte der Stadt / Lange Vorgeschichte

Im August soll der Birkenweg fertig sein

Die Ampelanlage ist schon länger abgebaut und wird von den Autofahrern sicher auch nicht vermisst. Einige Wochen lang regelte sie den Verkehr am Altenbacher Ortsausgang, wo die Straße in Richtung Sportanlage Kipp nur einspurig befahren werden konnte. Grund waren Arbeiten am Birkenweg, einer der teuersten und kompliziertesten Straßenbaumaßnahmen der Stadt Schriesheim, die sich jetzt dem Ende nähert, das für August geplant ist.

Der Birkenweg erschließt eine kleine Siedlung, die hier in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entstand. Die Eigentümer verzichteten wegen des felsigen Untergrundes auf Keller und setzten die Bodenplatten ihrer Häuser direkt auf den Sandstein. Davor verlegten sie den Birkenweg, der bis vor wenigen Jahren noch Privatstraße war.

Hang gerät ins Rutschen

Vor etwa 20 Jahren wurde diese zwar saniert, doch hörten die Probleme nicht auf: Der Weg wies breite Risse auf, es stellte sich heraus, dass der gesamte Hang ins Rutschen kam. 2013 übernahm die Stadt das letzte Teilstück und war nun Trägerin der Baulast. Im folgenden Jahr wurden immerhin 340 000 Euro für die Sanierung im Haushalt eingestellt.

In den folgenden Jahren verschwand das Projekt allerdings von der Tagesordnung, es wurde still um den Birkenweg. Bis im September 2018 der Bebauungsplan „Altenbach Ost“ als Satzung beschlossen wurde. Teil des 70 Seiten starken Regelwerks war auch diese Erschließungsstraße. Bürgermeister Hansjörg Höfer sprach damals im Gemeinderat von seiner Hoffnung, noch im selben Jahr mit der Sanierung beginnen zu können. Daraus wurde nichts; der Baubeginn verschob sich auf März.

Immerhin, im 2019er Haushalt wurden 470 000 Euro für die Maßnahme eingestellt: Zusammen mit der Friedhofskapelle gehört sie damit zu den teuersten Bauvorhaben im Ortsteil. Und wegen der Topografie wohl auch zu den kompliziertesten. Etwa 80 Meter ist die Strecke lang, die Stück für Stück von einem Bautrupp der Waibstadter Firma Hauck „unterfangen“ werden musste. Heißt, dass der Weg abschnittsweise bis zu vier Meter tief ausgebaggert wurde; als Stützen verbauten die Arbeiter meterlange L-Träger aus Beton, jeden Tag kamen sie etwa drei Meter voran. Zur Sicherung wurde eine Seite der Fahrbahn gesperrt.

Befestigung steht

Die Mauersteine stehen mittlerweile alle, das Erdreich wurde wieder aufgeschüttet, allmählich wächst an der Böschung auch wieder Gras. Nach der Verlegung von Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen soll der Birkenweg zu guter Letzt eine Asphaltdecke bekommen.

Für die Anlieger geht dann eine anstrengende Zeit zu Ende, die neben Lärm und Schmutz auch mit finanziellen Belastungen verbunden ist. Denn sie müssen sich an den Erschließungskosten beteiligen, die je nach Grundstücksgröße zwischen 20 000 und 45 000 Euro liegen.

Kanalbau und Wasserleitung schlagen mit 135 000 Euro zu Buche. Diese Kosten übernimmt die städtische Gesellschaft WVE, Straßenbauarbeiten von 345 000 Euro die Stadt. Von einem Endspurt zu reden wäre derzeit wohl noch zu früh, doch ist ein Abschluss in Sicht. Die Stadt, so informierte Bürgermeister Hansjörg Höfer bei einem Vor-Ort-Termin Ende April, rechne mit der Fertigstellung der Maßnahme bis August.