Schriesheim

Im Zweifel für die Sicherheit

Heute Abend diskutiert der Gemeinderat in Schriesheim ein Thema, das den Vereinen der Weinstadt, aber auch anderen Organisatoren von Veranstaltungen, auf den Nägeln brennt: die Sicherheitsauflagen der Stadt für kommunale Räume. Die Grünen würden sie gerne lockern. Doch es ist Besonnenheit geboten.

Dabei ist der Unmut gerade der Vereine natürlich zu verstehen. Ehrenamtlich engagiert, be-deuten harte Sicherheitsauflagen der Stadt für ihre Veranstaltungen zusätzliche Arbeit und auch Kosten. Das bringt nicht gerade einen Schub an Motivation.

Mit ihrer Gemeinderatsinitiative hat die Grüne Liste geschickt, wie sie traditionell agiert, diese Stimmung politisch aufgegriffen. Man sollte nicht abstreiten, dass sie dies aus ehrlicher Sorge um das Vereinsleben tut. Dass sie sich damit ein Jahr vor der Kommunalwahl erneut profiliert, auch gegen die Verwaltung des grünen Bürgermeisters, ist aber sicher ein positiver Nebeneffekt.

Nachvollziehbares Anliegen

Doch so nachvollziehbar dieses Anliegen ist, so besonnen muss der Gemeinderat heute Abend entscheiden, dabei Pro und Contra eingehend abwägen. Natürlich dürfen sich geradezu kurios erscheinende Vorgaben nicht wiederholen; man sollte aber auch nicht das sprichwörtliche Kind mit dem Bade ausschütten.

Die Zahl der Veranstaltungen, die alleine wegen der Sicherheitsauflagen scheitern mussten, ist doch eher gering. Wer ehrlich ist, weiß, dass diese zuweilen als Begründung für die Absage einer Veranstaltung herhalten müssen, für die nicht ausreichend Helfer zur Verfügung stehen oder bei denen ein angemessener Ertrag nicht zu erwarten ist; auch dafür gibt es Beispiele.

Die Frage, wie viel Aufwand getrieben werden muss für einen Fall, der nach menschlichem Er-messen nur sehr selten eintritt, ist fast schon eine philosophische. Nicht jedoch für jene, die in einem solch seltenen Fall Opfer des Unglücks sind. Daher muss es für politisch Verantwortliche heißen: im Zweifel für die Sicherheit.