Schriesheim

Schriesheim Am Wochenende feiern die Brandschützer Sommernachtsfest / Ort des Geschehens wurde vor 30 Jahren in Dienst gestellt

Immer Platzmangel im Feuerwehrhaus

Am Wochenende ist im Herzen von Schriesheim mächtig was los: Zwei Tage lang feiert die Freiwillige Feuerwehr der Weinstadt ihr traditionelles Sommerfest – und begeht damit zugleich den 50. Geburtstag ihrer Jugendfeuerwehr. Weniger im Bewusstsein ist, dass auch der Ort des Geschehens Jubiläum hat: Vor 30 Jahren, am 23. Juni 1989, wurde das hiesige Feuerwehrhaus eingeweiht.

Die Entwicklung der Schriesheimer Feuerwehr-Domizile – sie ist eine Geschichte der Organisation selbst, zeigt sie doch ihre quantitative und qualitative Entwicklung. Und diese Geschichte wird, wie die aktuelle Diskussion vor Ort über eine Erweiterung zeigt, noch weitergehen.

Pumpen im Keller der Schule

Nach Gründung der Wehr 1878 werden die Spritzen und Pumpen in privaten Scheunen gelagert, später auch im Keller der Strahlenberger Schule. Erst mit Anschaffung des ersten Fahrzeugs, des Mannschaftswagens Typ Opel, sind die Gerätschaften zentral untergebracht: und zwar in der Zehntscheuer, die damals dort steht, wo sich heute die Strahlenberger Turnhalle befindet. Doch bald ist auch diese zu klein, der nur durch die Schulgasse erreichbare Standort viel zu unzugänglich.

Mitte der 1950er Jahre ergreift daher Kommandant Jean Forschner die Initiative zu einem Neubau. Dessen Standort liegt verkehrsgünstiger, folgt er doch dem veränderten Schwerpunkt der Bebauung: an der Talstraße/Ecke Bismarckstraße am heutigen Festplatz, der damals aber noch nicht gestaltet ist. 1957 nimmt Forschner aus der Hand von Bürgermeister Wilhelm Heeger den Schlüssel für den Neubau in Empfang.

Zwei Jahrzehnte reicht das Gebäude aus, bis es erneut zu klein ist und auch den veränderten Anforderungen an die Feuerwehr nicht mehr genügt. 1975 macht sie denn auch den ersten Vorstoß zur Erweiterung. Obwohl unstrittig ein Freund der Wehr, zögert Bürgermeister Peter Riehl lange; denn ihm schwebt eine grundsätzliche Neuordnung des gesamten Bereiches einschließlich der alten Hübsch‘schen Mühle vor.

Am Ende sind es vor allem die CDU und speziell ihr Vormann Siegfried Schlüter, sein gesamtes politisches Leben lang ein engagierter Förderer der Feuerwehr, die für eine Erweiterung politischen Druck machen. Im Gemeinderat findet das Anliegen aber allseitige Zustimmung; in der Debatte des Gremiums dazu beklagt für die Grüne Liste der damalige Stadtrat Hansjörg Höfer an der Planung lediglich den „Mangel an Grünflächen“ im Außenbereich.

Gemäß den Plänen des ortsansässigen Architekten Peter Becher wird unter Leitung von Bauamts-Mitarbeiter Werner Kranz das bisherige Gebäude umgebaut, nein eigentlich: neu gebaut. Den Auftrag erhält die Firma Hering-Bau aus Brubach, die aber auch ortsansässige Firmen berücksichtigt; samt Ausstattung kostet der Bau mehr als 3,5 Millionen D-Mark. Nach 21 Monaten Bauzeit erhält Kommandant Georg Weber für ihn am 23. Juni 1989 den Schlüssel.