Schriesheim

Institution hat Oberwasser

Archivartikel

Die Betreiber des Schriesheimer Waldschwimmbades können zufrieden sein: Hinter ihnen liegt eine Saison, die erfolgreich war wie seit Jahren nicht – verdienter Lohn für die Ehrenamtlichen. Denn in der Weinstadt wird die Freizeiteinrichtung nicht von der Kommune, sondern von einem Verein getragen.

Seine Ehrenamtlichen nehmen damit eine Aufgabe wahr, die sonst die Stadt leisten müsste, will sie das Bad nicht schließen. Kommunale Zuschüsse für diese Einrichtung sind daher keine Gnadenakte, sondern Investitionen in ihre soziale Infrastruktur. Dass das Waldschwimmbad keinen Vergleich zu scheuen braucht, das zeigt der 53. von 365 Plätzen beim jüngsten bundesweiten Schwimmbad-Ranking.

Das alles ist keine Selbstverständlichkeit, woran zuweilen erinnert werden darf. Tausende von Badegästen genießen – was ihnen ja gegönnt sei – das hiesige Angebot und Ambiente, ohne oft zu ahnen, was dahinter steckt.

Leistung der Ehrenamtlichen

Schon alleine die Verwaltung von fast 6300 Mitgliedern ist eine Mammutaufgabe, was bestätigen kann, wer schon einmal im Verein Verantwortung trug. Mit Personalführung und Investitionsplanung sprengt der Betrieb des Bades bei weitem reguläre Vereinsarbeit, erreicht den Umfang eines kleinen Unternehmens. Nicht ohne Grund sieht man das Auto des Vorsitzenden Bernd Doll in der Saison nahezu täglich vor dem Schwimmbad; um zu baden ist er nicht dort. Die Verantwortung der Aufgabe wiegt schwer.

Eine Zäsur wird daher die Jahreshauptversammlung des Trägervereins bringen, wenn Doll nicht mehr für den Vorsitz kandidiert. Seine genaue, mancher mag sagen: penible Art, gepaart mit Verbindlichkeit im persönlichen Umgang, hat dem Verein und dem Bad gut getan. Und sie wird fehlen. Der Nachfolger, wer immer es sei, wird für die Unterstützung vieler dankbar sein, auch für die der Stadt.

Dass die CDU beim gestrigen Ortstermin als einzige Ratsfraktion nicht vertreten war und keiner ihrer sechs Stadträte die Zeit gefunden hat, anwesend zu sein, das war daher völlig unangemessen – ihrer Rolle als zweitgrößter Fraktion des Gemeinderates ebenso wie im Hinblick auf das außerordentliche Engagement der dortigen Ehrenamtlichen.