Schriesheim

Schriesheim Trotz der Verzögerung bei der Container-Lieferung wird das Projekt Schulsanierung vorangetrieben / Spendenaktion für Erweiterung der Aula

„Jeder Bürger müsste nur 25 Euro geben“

Bei der Bürgerversammlung zur Sanierung im Kurpfalz-Bildungszentrum gab es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Der Zeitplan verzögert sich, weil die Containerfirma die Ausweichquartiere für den Unterricht bis dato immer noch nicht aufgestellt hat (wir haben in der Dienstagsausgabe berichtet). Die gute: Kommunalpolitikerinnen mehrerer Parteien starten eine Spendenaktion, um im Rahmen der Sanierung doch noch eine Erweiterung der Aula zu erreichen.

Zum Hintergrund: Im sogenannten „Schulbau-Prozess“ im Vorfeld der Sanierung des Kurpfalz-Schulzentrums kam von mehreren Seiten der Wunsch, nicht nur die Bausubstanz zu ertüchtigen, sondern auch die Aula zu erweitern und dadurch zu einer Veranstaltungsstätte für Schriesheim zu entwickeln. Um die Kosten innerhalb des Rahmens von 21,5 Millionen Euro zu halten, der von der Aufsichtsbehörde gesetzt wurde, verzichtete der Gemeinderat in seinem jüngsten Grundsatzbeschluss darauf, diese 375 000 Euro teure Maßnahme in den Auftrag an die Architekten aufzunehmen.

„Trotzdem hat uns dieses Projekt nicht losgelassen“, bekannte SPD-Stadträtin Renate Hörisch-Helligrath in der Bürgerversammlung am Montagabend. Denn der Bedarf dafür sei unabweisbar: „Wir haben für Großveranstaltungen die Mehrzweckhalle und für kleinere Veranstaltungen unsere ‘gute Stube‘, den Zehntkeller“, erläuterte sie: „Was wir jedoch nicht haben und was von den Vereinen gewünscht wird, das ist eine Veranstaltungsstätte mittlerer Größe für etwa 400 Teilnehmer.“

Aus diesem Grund haben sich Kommunalpolitikerinnen mehrerer Parteien zusammengetan und überlegt, wie es trotz des engen Kostenrahmens zu einer Erweiterung der Aula kommen kann. „Jeder Schriesheimer Bürger müsste nur 25 Euro geben, dann reicht es“, lautet die Rechnung von CDU-Stadträtin Christiane Haase. Neben den Bürgern sollen aber auch Vereine und Firmen angesprochen und Aktionen wie Spendenläufe aufgelegt werden.

„Das ist ein ehrgeiziges Ziel“, bekannte FDP-Stadträtin Ulrike von Eicke. Aber profitieren würden davon viele Bürger. Zum Beispiel jene, die sich in Vereinen engagieren, die damit eine attraktive Veranstaltungsstätte bekommen. Aber auch Jugendliche, die etwa in der Musikschule aktiv sind, die für ihre Konzerte einen attraktiven Rahmen hätten.

Das Planungsbüro teilte mit, dass die Aufnahme dieses Projektes in die Gesamtmaßnahme baulich kein Problem wäre. „Die Aula kann man in den Hof hinein erweitern“, hieß es von deren Seite: „Da wird nicht einfach nur etwas drangeklebt.“

Einziges Problem: der Zeitdruck. Ob die Erweiterung der Aula in das Projekt aufgenommen wird, das muss bis März entschieden sein. Denn dann will die Stadt beim Landratsamt den Bauantrag für die Sanierungsmaßnahme stellen.

So ist es zumindest im bisher geltenden Zeitplan vorgesehen. Doch der ist ja nun wegen der Verzögerung bei den Containern ohnehin ins Rutschen geraten. Womit wir wieder bei der schlechten Nachricht von Montagabend wären.