Schriesheim

Schriesheim Zwei Schülerinnen organisieren die erste Kundgebung im Rahmen der Aktion Fridays for Future / Start am Alten Rathaus

Kampf fürs Klima finden sie cool

In den größeren Städten der Umgebung gab es sie schon, jetzt ist auch Schriesheim dran: Am Freitag, 12. Juli, findet vor dem Alten Rathaus eine Demonstration im Rahmen der Aktion Fridays for Future statt – eine Premiere, die gleich in mehrfacher Hinsicht erstaunlich ist.

Zum einen, weil bewusst kein Beginn während der Schulzeit gewählt wurde: Die Kundgebung ist auf 16 Uhr angesetzt. Zum anderen, weil die beiden Organisatorinnen die wohl jüngsten Demo-Veranstalter sein dürften, die die Stadt je gesehen hat. Marieke Wölfer und ihre Freundin Erin Engin sind nämlich gerade einmal 13 Jahre alt.

Eltern waren erst skeptisch

„Ich habe mir gedacht“, sagt Marieke, „dass es cool wäre, wenn auch in Schriesheim eine Demonstration stattfinden würde.“ Sie und Erin sind selbst schon für die Ziele der Bewegung auf die Straße gegangen, sind mitgelaufen mit Schülern, Studenten und jungen Familien, waren in Schwetzingen oder Heidelberg. Besonders die Großdemonstration, die dort im Februar stattfand, machte Eindruck auf die Schülerinnen. Erin sagt: „Da kamen wir richtig an das Thema heran.“ Und die Idee für einen eigenen Protestmarsch war geboren.

„Wir finden es gut, wenn für den Klimaschutz gekämpft wird“, nennt Marieke ihre Beweggründe: Die Politik solle auf das Thema aufmerksam gemacht werden.

Mariekes Mutter Claudia Wölfer hatte zunächst Zweifel, ob es den Mädchen ernst war mit der Idee; doch als sie sich an die Vorbereitungen machten, waren auch die beiden Elternpaare überzeugt und sicherten ihre Unterstützung zu. Los ging es mit der Gründung einer Ortsgruppe über den Kurznachrichtendienst WhatsApp.

„Wir haben aktuell ungefähr 40 bis 50 Mitglieder“, berichtet Marieke. In der Gruppe wurden Termine besprochen, und dann ging es an die konkrete Ausgestaltung. Erin und Marieke nahmen Kontakt zum Schriesheimer Rathaus auf, Ordnungsamtsleiter Achim Weitz lud Vertreter von Polizei und Landratsamt zu einer Besprechung mit den Jugendlichen ein. Es galt, Formalitäten zu klären und einen Rahmen abzustecken, was die mögliche Zahl der Teilnehmer betraf. Marieke schätzt, dass am Freitag etwa 200 Menschen kommen; acht Freiwillige müssen dann dafür sorgen, dass die Veranstaltung geordnet abläuft. „Die haben wir“, freut sich Erin. Das Treffen haben die beiden als sehr konstruktiv empfunden, und Marieke sagt: „Die Erwachsenen haben uns super unterstützt.“

Es geht erst um 16 Uhr los

Dann ging es an die kreative Seite der Vorbereitungen: Bis zu zehn Helfer kamen, um etwa 50 Plakate und Transparente zu malen und ließen dabei ihrer Fantasie freien Lauf. „Sei dabei“, „Mach mit“ und „Komm vorbei“, steht auf den handgemalten Postern, die nun mit Erlaubnis der Direktion auch in der Schule der Freundinnen, dem Kurpfalz-Gymnasium, hängen.

Der Demo-Beginn habe zuweilen für Diskussionen gesorgt, wissen die beiden. Denn zumeist werde während der Schulzeit gestreikt. Gerade das wollten sie nicht, sagt Marieke: „Damit nicht der Vorwurf kommt, wir würden nur die Schule schwänzen wollen.“ Erin bekräftigt: „Wem es wirklich um das Klima geht, der kommt auch am Nachmittag.“