Schriesheim

Schriesheim Kurpfalzgymnasium (KGS) beim Sommerfest für Engagement im Umweltschutz ausgezeichnet

KGS jetzt „Fair-Trade-School“

Archivartikel

Das Kurpfalzgymnasium (KGS) in Schriesheim darf sich ab sofort „Fairtrade School“ nennen und ist die 104. Schule, die von der Stiftung Entwicklungsarbeit Baden-Württemberg ausgezeichnet worden ist. Die Urkunde, die Plakette und einen Banner übergab Maria Giessmann von der Stiftung zur großen Freude der Schüler, wie auch dem gesamten Lehrerkollegium im Rahmen des Sommerfests der KGS, das passend unter dem Motto „Vielfalt ist Trumpf“ stand.

„Das ist für uns eine große Ehre und Anerkennung“, freute sich Anina Reinhardt, die gemeinsam mit ihren Kollegen aus anderen Fachbereichen, die Schüler AG tatkräftig unterstützte. „Mitgewirkt haben die Fachbereiche Religion, Geographie und auch Gemeinschaftskunde“, zählte sie auf. Das Bewusstsein für die Umwelt stärken: Die Idee, Waren aus dem Fair-Trade Handel zu kaufen, kam aus der Schülerschaft, und schloss sich in einer 16 köpfigen AG zusammen.

„Wir sind viel zu wenige“, klagte bei der Preisübergabe einer von ihnen und warb mitzumachen „es macht echt Spaß“. Sie predigten nicht nur über die Ausbeutung von Menschen, Kinderarbeit und schlechter Bezahlung in den Herkunftsländern, sie ließen auch Taten folgen. So wurde im Lehrerzimmer kurzerhand nur noch Kaffee aus „Fairem Handel“ getrunken, in der Mensa, sowie in den Pausen und während der Aktionswochen wurden Produkte aus fairem Handel verkauft.

Am Nikolaustag riefen sie zu einem Boykott von Nikoläusen auf, da die meisten nicht aus fairen Handel stammen. Der Einsatz zeigte Wirkung: Die Schüler des KGS verzichteten zum allergrößten Teil auf die süßen Verführungen.

Maria Giessmann, die aus Stuttgart angereist war, um der Schule die Auszeichnung zu überreichen, war von dem großen Engagement und mit welcher Leidenschaft die Schüler an die Umsetzung gingen, begeistert. Sie war auch von der Präsentation der Schüler angetan. In einer Dokumentation ließen sie Schüler zu Wort kommen, sie berichteten, warum sie das Projekt angegangen sind und was sie noch künftig erreichen wollen. „Wir wollen unser Sortiment erweitern“, lautete eine Botschaft. Jetzt darf sich das KGS ganz offiziell „Fair-Trade School“ nennen, doch diese Auszeichnung ist nicht für die Ewigkeit, sie wird alle zwei Jahren neu vergeben und alle sind sich da einig, „wir bekommen sie auch in zwei Jahren“.

Schüler stellen Projekte vor

An diesem Nachmittag gab es aber noch weit mehr zu sehen und zu erkunden. Im gesamten Schulhaus zeigten die Schüler die erarbeiteten Ergebnisse aus der Projektwoche. Mit der Mahnung „There is no Planet B“ hatte eine Klasse die Forderungen aus den großen Schülerdemonstrationen zusammengetragen, die Klassen 10 und 11 zeigten, dass man Seife und Deo auch ohne Plastikmüll kaufen kann und die Fünftklässler hatten weiße Teddybären genäht, die sie zum Kauf anboten. Plakate zeigten die Kunst des Korbflechtens und gleich daneben wurde die alte Tradition des Bierbrauens demonstriert. Draußen konnte man dem Trubel entgehen und die heißen Rhythmen von der Band „Crushing Jars“ genießen. greg