Schriesheim

Schriesheim Stadtrat Robert Hasenkopf-Konrad, Spitzenkandidat der Grünen Liste, erläutert die Vorstellungen seiner Fraktion für die Kommunalwahl

Kindergarten-Öffnung von 7 bis 18 Uhr

Spitzenkandidat der Grünen Liste Schriesheim ist Robert Hasenkopf-Konrad. Der selbstständige Gärtnermeister ist seit 30 Jahren Stadtrat und damit das Ratsmitglied mit der drittlängsten Dienstzeit. Für den 57-Jährigen ist es die zweite Gemeinderatswahl auf Platz 1 der Grünen Liste. Im Gespräch mit dem „MM“ stellt er deren Programm vor, das 24 Seiten umfasst und unter dem Motto „Heute für morgen handeln“ steht.

Familie: Für Einrichtungen zur Kinderbetreuung fordert die Grüne Liste Öffnungszeiten von 7 bis 18 Uhr. Die Schließtage sollen reduziert und eine Notfallbetreuung organisiert, auch durch Kooperationspartner, etwa Vereine, für den Nachmittag Angebote ermöglicht werden.

Jugend: Die Grüne Liste unterstützt den Wunsch nach Schaffung eines Skateparks sowie anderer Veranstaltungsorte und Treffpunkte von Jugendlichen. Dem „Push“-Verein soll durch ein neues Konzept „neues Leben eingehaucht“ werden.

Bildung: Bei der Schulsanierung ist für Hasenkopf-Konrad die Finanzierung wichtig: „Trotz hoher Zuschüsse gibt es hier Grenzen der Finanzierbarkeit. Die Stadt muss handlungsfähig bleiben“, zitiert er aus dem Wahlprogramm. Dennoch soll „die Sanierung von Grundschule und Realschule bereits jetzt in die langfristigen Planungen mit einbezogen werden.“ Inhaltlich wird die Entwicklung aller öffentlichen Schulen zu Ganztagsschulen mit pädagogischem Angebot angestrebt.

Soziales Miteinander: Die Grüne Liste fordert die Erstellung eines „Frauenförderplans“ und die Schaffung einer Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen in Notsituationen. Flüchtlinge und Obdachlose sollen dezentral untergebracht werden, um einen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu ermöglichen.

Ehrenamt/Transparenz: Die Grüne Liste fordert, Vereine finanziell zu entlasten, indem die Stadt sie bei den Kosten für vorgeschriebene Sicherheitsauflagen unterstützt. Bürger sollen über anstehende Maßnahmen der Verwaltung früher informiert werden als bisher. „So wie das Ende letzten Jahres mit den Containern für das Schulzentrum ging, darf es nicht mehr gehen“, nennt Hasenkopf-Konrad ein konkretes Beispiel. Die Grüne Liste setzt sich daher auch für die Wiedereinführung des Bürgertages ein.

Stadtentwicklung: „Ein Neubaugebiet, das sich in erster Linie am Profit der Bauträger und an der Maximierung der Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken für die Stadt orientiert, lehnen wir ab“, zitiert Hasenkopf-Konrad aus dem Wahlprgramm. Zur Schaffung von Wohnraum plädiert er stattdessen für eine behutsame Innenverdichtung (und die dafür notwendige Überarbeitung der Bebauungspläne) sowie neuartige Formen wie Wohnungsmarktbörsen oder Mehr-Generationen-Häuser. Für den Festplatz fordert sie eine Planung mit Erweiterung des Feuerwehrhauses und die Prüfung von Wohnraum entlang der Talstraße.

Umwelt: Kommunale Grünflächen sollen nicht nach optischen und finanziellen, sondern vor allem ökologischen Aspekten gestaltet werden. Zur Windkraft gibt es im Programm keine Aussage. „Meine Haltung ist standortabhängig“, sagt Hasenkopf-Konrad auf Nachfrage: „An der Autobahn hätte ich keine Probleme. Im Wald sind die Schäden zu groß.“

Verkehr: Der öffentliche Nahverkehr und der Radverkehr sollen verbessert werden, gerade im Hinblick auf die Stadtteile. Dazu gehört der Bau eines Radweges zwischen der Kernstadt und Altenbach sowie die Verdichtung des Bus-Taktes nach Altenbach und Ursenbach. Zur Finanzierung fordert die Grüne Liste einen neuen Kostenschlüssel, damit die Abkehr von der als ungerecht empfundenen bisherigen Berechnung nach Nutzwagenkilometern.