Schriesheim

Schriesheim Frauenkammerchor Cantus Novus singt unter anderem Benjamin Brittens „Ceremony of Carols“ / Langanhaltender Applaus in voll besetzter Kirche

Klare und kraftvolle Stimmen begeistern

Archivartikel

Der freundschaftliche und innige Kontakt zwischen den beiden Musikern, dem Kantor der evangelischen Kirche Schriesheim, Martin Fitzer, und dem Chorleiter Helmut Steger aus Ulm, bescherte den Schriesheimer Freunden der geistlichen Chormusik ein Hörerlebnis, das ihnen mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Dem Kantor war es gelungen, den Frauenkammerchor Cantus Novus Ulm nach Schriesheim zu holen. Entstanden ist dieser vor rund 25 Jahren aus ehemaligen Sängerinnen der „Ulmer Spatzen“. In der voll besetzten evangelischen Kirche Schriesheim führte der Chor souverän und kraftvoll das große Werk von Benjamin Britten, „A Ceremony of Carols“ auf. Mit sängerischer Dramatik und wunderbarer Klarheit im Ausdruck beeindruckten die Sängerinnen unter der Leitung von Helmut Steger ihr Publikum.

Mit dem gregorianischem Gesang „Hodie Christus natus est“ zog Cantus Novus durch den Mittelgang der Kirche und postierte sich vor dem Altar. Brittens „A Ceremony of Carols“ gehört zu seinen meist aufgeführten Werken und verlangt von den Sängerinnen eine hohe Stimmqualität. Dass die Frauen darüber verfügten, zeigte sich im lyrischen Vortrag von „This little Babe“. Zusätzliche Dramatik brachten auch das Duo und das Intermezzo der Harfe, gespielt von Verena Meurers-Zeiser. Ebenso eindrucksvoll erfüllten das „Wolcum Yole“, das „There is no Rose“ und das schwingende „Balulalow“ den Raum der Kirche und bewegten die Herzen der Zuhörer. Es folgte „Au Loin“, ein Stück von Charles Koechlin für Harfe (Verena Meurers-Zeiser) und Englisch Horn (Bernhard Messmer). Beim Konzert fehlen durften auch nicht Kompositionen des Chorleiters Helmut Steger. Zum „O nata lux“ erhoben sich die Stimmen, und sie sangen seine „Weihnachtliche Lied-Kantate“.

Jacob Prätorius gehört zu den bedeutenden Komponisten und Organisten der Barockzeit. Von ihm sang der Chor die Choralbearbeitung „Christum wir sollen loben schon“. Helmut Steger hatte aber auch moderne Komponisten mit in sein Programm aufgenommen. So trug der Chor von Ben Parry, dem britischen Musiker und Komponisten, den Lobgesang Simeons „Nunc dimittis“ vor und von dem in Liechtenstein geborener Komponisten, Organisten und Musikpädagogen Joseph Gabriel Rheinberger die Hymne „Ave maris stella“.

Meisterhafte Darbietungen

Den Schlussakkord setzte der Chor mit Johann Sebastian Bachs Kantaten „Jesus bleibet meine Freude“ und „Der lieben Sonne Licht und Pracht“. Die begeisterten Kirchenbesucher spendeten den Sängerinnen, Musikern und ihrem Chorleiter für ihre meisterhafte Darbietungen langanhaltenden Applaus. Neben dem Chor waren Verena Meurers-Zeiser an der Harfe, Barbara Mauch-Heinke als Violinistin, Katharina Wang an der Violine, Bernhard Messmer an der Oboe, Daniel Wartenberg am Violoncello und Martin Fitzer an der Orgel zu hören.