Schriesheim

Schriesheim Ortschaftsrat von Altenbach bestätigt Amtsinhaber / Wahl des Stellvertreters muss wiederholt werden

Kraus bleibt Ortsvorsteher

Herbert Kraus bleibt Ortsvorsteher im Schriesheimer Stadtteil Altenbach. Der Kandidat der Freien Wähler erhielt in geheimer Wahl sechs von zehn Stimmen. Die Grünen verzichteten bei der öffentlichen Sitzung in der Verwaltungsstelle trotz ihres Wahlsiegs wie angekündigt auf einen eigenen Kandidaten

Die grüne Ortschaftsrätin Heike Lukhaup bezog sich nochmals auf die bereits vor Wochen abgegebene Presseerklärung der Grünen Liste. Darin hatten die neu gewählten grünen Ortschaftsräte Suzanne Epp, Heike Lukhaup und Sabine Stern bereits verkündet, dass sie trotz ihres starken Wahlergebnisses vom Mai keinen Kandidaten für die Wahl zum Ortsvorsteher zu stellen. Ortschaftsrat Karl Reidinger (CDU) nannte dies „eine Entscheidung, die nicht begreiflich ist“.

Zur Wahl des Ortsvorstehers vorgeschlagen wurde schließlich nur der bereits amtierende Ortsvorsteher Herbert Kraus vonseiten der Freien Wähler. Mit sechs zu vier Stimmen entschied Kraus mit der absoluten Mehrheit die Wahl im ersten Wahlgang für sich und wurde anschließend feierlich durch Abgabe der Verpflichtungsformel und Handschlag von Karl Reidinger verpflichtet.

Für einige Spannung sorgte die anschließende Wahl des stellvertretenden Ortsvorstehers beziehungsweise Ortsvorsteherin. Als erster Kandidat stellte sich Karl Reidinger eigenständig zur Wahl. In seiner Ansprache betonte er vor allem sein langjähriges Engagement im Ortschaftsrat Altenbach. „Christian Wolf ist schon seit über 30 Jahren kommunalpolitisch tätig“, hielt daraufhin Dr. Heike Lukhaup dagegen, die bereits vorher in einer Ansprache angekündigt hatte, dass die Grüne Liste die Stellvertreterposition des Ortsvorstehers anstrebe. „Wolf könnte sehr gut als verbindendes Glied zwischen Schriesheim und Altenbach fungieren. Außerdem würde seine Wahl zum stellvertretenden Ortsvorsteher wohl eher den Stimmen der Wähler entsprechen“, erklärte Lukhaup ihren Vorschlag.

In dem folgenden ersten Wahlgang erhielt Karl Reidinger fünf der zehn Stimmen für sich, Christian Wolf von den Grünen bekam drei, es gab eine Enthaltung sowie eine ungültige Stimme. „Hier ist die Rechtslage unsicher“, verkündete Ortsvorsteher Kraus schließlich im Bezug auf die ungültige Stimme, nachdem es Einspruch von Seiten der Grünen Liste gegeben hatte. Der Sachverhalt müsse erst von der zuständigen Rechtsaufsichtbehörde geprüft werden. Das ist inzwischen erfolgt, wie ein Sprecher des Rhein-Neckar-Kreises auf Anfrage des „MM“ erklärte. Die Behörde ordnete eine Wiederholung der Wahl an, die am Mittwoch, 10. Juli, erfolgen soll. Nach dem Ergebnis des ersten Wahlgangs hätte es so oder so eine Stichwahl geben müssen, doch das ist nicht passiert. Nun muss die Stellvertreterwahl also komplett wiederholt werden.

Ehrung der Ausscheidenden

Schließlich wurden an diesem Abend noch die ausgeschiedenen Ortschaftsräte Markus Zwaller (CDU) und Daniel Hermann (Freie Wähler) aus dem Gremium verabschiedet und geehrt. „In den letzten fünf Jahren waren Ihre Stellungnahmen stets sachlich und hatten Hand und Fuß. Sie waren ein wertvolles Mitglied für den Ortschaftsrat“, erklärte Herbert Kraus an Markus Zwaller gerichtet. Reidinger äußerte ebenfalls sein Bedauern im Hinblick auf den Abschied von Markus Zwaller und sprach von einer „stets vertrauensvollen gemeinsamen Arbeit“. Auch von Daniel Hermann hoffe Reidinger, dass sich dieser in fünf Jahren wieder zur Wahl zur Verfügung stelle.

Zum Schluss erhielten Daniel Hermann und Markus Zwaller ihre Urkunden für die geleistete ehrenamtliche Arbeit und jeweils ein kleines Abschiedsgeschenk in Form eines gravierten Weinkühlers. Ihre Sitze übernehmen nun Suzanne Epp (Grüne Liste) und Carsten Junghans (Freie Wähler), die an diesem Abend ebenfalls durch Ortsvorsteher Herbert Kraus verpflichtet wurden.