Schriesheim

Schriesheim Grüne Kandidaten für den Ortschaftsrat Altenbach stellen sich und ihre Ziele vor

Krippe und Bolzplatz

Archivartikel

Eine der Überraschungen im aktuellen Schriesheimer Kommunalwahlkampf kam aus dem Stadtteil Altenbach: Für die zehn Sitze im Ortschaftsrat vermochte die Grüne Liste sage und schreibe 20 Bewerber aufzustellen: „Und bei diesen 20 hätten wir gar nicht Schluss machen müssen“, meint Spitzenkandidat Christian Wolf schmunzelnd im Gespräch mit dem „MM“, bei dem die fünf ersten Bewerber der Grünen Liste für den Ortschaftsrat sich und ihre Ziele vorstellten.

„Wir haben uns gewundert, dass einige Interessenten von sich aus auf uns zugekommen sind“, berichtet er: „Besonders freut uns, dass auch einige ganz neue Leute dazugekommen sind, junge Leute, Eltern von Kindern.“ Vor allem zeigt dies in den Augen von Wolf eines: „Altenbach ist eben keine Schlafstadt, wie außerhalb und auch innnerhalb von Altenbach zuweilen gesagt wird.“

Neben Wolf, seit 1989 Ortschaftsrat, seit 1984 Stadtrat und seit 1998 Fraktionschef im Gemeinderat, finden sich auf den ersten fünf Plätzen ebenfalls Männer und Frauen, die im Leben Altenbachs vielfältig engagiert sind: Sabine Stern, seit zehn Jahren Ortschaftsrätin; Heike Lukhaup, in der evangelischen Kirche aktiv; Suzanne Epp, Vorsitzende des Turnvereins; und Benjamin Ullrich, Leiter der AH der TSG Altenbach.

Zentrales Ziel ist, die Lebens- und Wohnqualität in Altenbach zu bewahren und wo nötig zu erhöhen. Um die Infrastruktur zu erhalten, sei der Zuzug von Neubürgern wichtig. „Wir wollen aber kein Neubaugebiet“, macht Wolf klar. Zumal es derzeit gut läuft: „Im Verhältnis zur Kernstadt wird in Altenbach mehr gebaut als in der Kernstadt.“ Benjamin Ullrich wünscht sich dennoch, die strengen Vorschriften wie für einen nur eingeschossigen Bau behutsam zu lockern. Gleichwohl will die Grüne Liste „kein weiteres Altenbach-Manhattan“, wie es Anspielung auf ein aktuell diskutiertes großes Bauprojekt im Programm heißt.

Schwerpunkt Einkaufen

Lebensqualität erhalten – das betrifft vor allem das Einkaufen. Suzanne Epp schwebt dafür ein genossenschaftliches Modell vor, wie sie es in Tiefenbach im Angelbachtal bereits besichtigt hat: „Dort funktioniert es gut.“ Dass so etwas auch in Schriesheim klappen kann, zeigt ihrer Meinung nach die Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Betreibung des Waldschwimmbades (IEWS).

Sabine Stern liegt am Herzen, den Ortsmittelpunkt noch stärker mit Leben zu erfüllen – etwa durch Ausbau des Wochenmarktes und die Schaffung des direkten Durchgangs für den Wirt zur Mehrzweckhalle.

Auch für die Jugendlichen müsse mehr getan werden. „Der Spielplatz am Zehntberg sollte attraktiver gestaltet werden“, fordert Heike Lukhaup. Und für die älteren Jugendlichen müsse jetzt unbedingt der Bolzplatz verwirklicht werden. „Sobald die Jugendlichen größer sind, gehen sie nach Schriesheim“ – so die Folgen der bisherigen Situation.

Apropos Kinder: Bisher sind auch die Zweijährigen im Kindergarten untergebracht. Auf Grund der steigenden Zahl von Kindergartenkindern wird dort der Platz jedoch zunehmend für diese benötigt. „Unser Wunsch ist daher der Bau einer Krippe“, betont Christian Wolf. Der Bedarf sei glücklicherweise vorhanden. „Das Karussell unten ist voll“, sagt Benjamin Ullrich mit Blick auf die Kerwe, wohin sich die Gruppe nach dem Pressegespräch aufmacht – gemäß dem Wort von Wolf: „Wir sind verankert im Leben von Altenbach.“