Schriesheim

Schriesheim Musikfestival „Schriese jazzt“ geht in seine 13. Runde / Angebot von sechs Bands, Wirten und Winzern in der gesamten Altstadt

Kulinarische und musikalische Genüsse

Im Schriesheimer Kulturkreis ist offensichtlich niemand abergläubisch. Sonst müsste das traditionelle Musikfestival „Schriese jazzt“ eigentlich ausfallen, ist es doch das 13. in Folge. Doch die 13 bringt den Veranstaltern im Gegenteil Glück pur. Denn das Wetter ist an diesem Samstag für ein Open Air-Ereignis geradezu ideal, was sich natürlich auch auf die Laune der Gäste auswirkt.

Wie gewohnt, präsentiert der Abend zahlreiche musikalische und kulinarische Genüsse. Sechs Bands an sechs Orten sorgen für Stimmung und gute Laune. Gleich nach der offiziellen Begrüßung durch die Vorsitzende des Kulturkreises, Gabriele Mohr-Nassauer, und Bürgermeister Hansjörg Höfer startet das Event.

Start am Historischen Rathaus

In die Vollen geht es danach etwa am Historischen Rathaus, wo die 22 Musiker der L. A. Reed Bigband mit Dixie ihr Blech bearbeiten. Diese Superband begeistert bereits 2016 an gleichem Ort das Publikum, und auch diesmal ist von ihrer Musik nicht nur ihr großes Publikum angetan, sondern auch Experte Professor Theo Stemmler, selbst ein begnadeter Jazz-Pianist: „Ich bin von dieser Band total begeistert“, bekennt er.

Eine lauschige Sommernacht können die Musikfreunde im rappelvollen evangelischen Kirchgarten erleben, wo Gordon Blue und das Quartett um den Pianisten Udo Sailer Klassiker aus Soul-, Rock- und Blues präsentieren. Doch zum Bedauern vieler Besucher ist die lange Nacht auf Grund der Vorgabe der Stadt bereits um 23 Uhr zu Ende. Bewirtet werden die Jazzfreunde hier von den erfahrenen Profis Jürgen Opfermann und Karl Forschner.

Romantische Stimmung nicht nur für Liebespaare herrscht beim „Strahlenberger Hof“. Im Ambiente des kühlen Hofes am alten Herrenhaus der Strahlenburger erleben die Gäste einen reizvollen Abend. Dort gibt es mit den New Jazz Voices und der stimmgewaltigen Sängerin und Jazzpreis-Trägerin Anne Czichowsky Jazz vom Allerfeinsten. Dazu werden gerade hier natürlich die passenden Speisen serviert.

Geboten wird Spitzenmusik also mit Sicherheit an allen Örtlichkeiten, doch gleichwohl etwas Besonderes stellt im Diehm‘schen Hof in der Oberstadt „Zigan Six“ mit seiner Vollblut-Musik dar. Wer hier erst im Laufe des Abends eintrifft, der kann diesen Sinti-Jazz zwar hören; doch dass diese Musik live präsentiert wird, das kann er dennoch nur ahnen, so voll ist es hier an der Bühne.

Es wird sogar kräftig getanzt

Dort wird nämlich kräftig das Tanzbein geschwungen. Wie man auf diese Musik sogar wettkampfreif tanzen kann, das zeigen unter dem Applaus der Gäste die frühere Landtagsabgeordnete Dr. Birgit Arnold und Ernst-Wilhelm Schaulinski, bekanntlich begeisterte und erfolgreiche Tänzer.

Und als dann auch noch die „Julischka aus Budapest“ angestimmt wird, da wagen sich noch mehr Besucher auf die kleine Tanzfläche. Bei einer neuen Weinkreation, einer Spätlese „Blanc de Noir“ des Weingutes Max Jäck, fruchtig wie ein Weißwein und mit einem Beerenaroma wie ein Rotwein, lässt es sich erst recht von Ungarn träumen.

Zwischen Historischem Zehntkeller und katholischer Stadtkirche jazzt die Gruppe „En Haufe Leit“ und zieht damit ebensoviele an. Und auch gleich nebenan, im Biergarten des „Hirsch“, pulsiert beim Peter Lehel Quartett das wahre Leben. „Das ist für mich mit Abstand die beste Gruppe“, schwärmt ein Gast, während ein anderer doch die „Zigan Six“ besser findet. Nun ja, wie gesagt: An jenem Abend ist eben für jeden Musikgeschmack etwas dabei.