Schriesheim

Schriesheim Gemeinderat billigt Projekt „Schriese FAIRmietet“

Leerstand in Wohnraum umwandeln

Archivartikel

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass sich die Stadt am Projekt „Raumteiler“ des Landes beteiligt, allerdings unter der auf die Weinstadt zugeschnittenen Bezeichnung „Schriese FAIRmietet“. Dabei geht es darum, leerstehenden Wohnraum an Menschen zu vermitteln, die nicht viel Geld für die Miete ausgeben können.

„Wie gelingt es, die Vermieter zu überzeugen, dass sie Wohnraum zur Verfügung stellen?“, sprach Bürgermeister Hansjörg Höfer zu Beginn der Debatte die Kernfrage an. Kämmerer Volker Arras erläuterte die Anreize. Demnach können Eigentümer einen Zuschuss zur Sanierung der Räumlichkeiten in Höhe von bis zu 200 Euro pro Quadratmeter erhalten. Sie müssen sich im Gegenzug vertraglich verpflichten, die Räume für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren an Personen zu vermieten, die über das Projekt „Schriese FAIRmietet“ vermittelt werden. Die Mieter weist die Stadt allerdings nicht einfach zu, sondern diese sollen zum Vermieter passen.

Zudem übernimmt die Stadt eine Mietausfallgarantie für fünf Jahre. Und falls es zu Beschädigungen der Räume durch Mieter kommt, zahlt die Stadt unter bestimmten Bedingungen die Instandsetzung. Zwei Mitarbeiterinnen der Verwaltung kümmern sich um Mieter und Vermieter, so Arras weiter. Am Mathaisemarkt-Dienstag werden im Gewerbezelt Flyer verteilt und Beratungen angeboten. Die Verwaltung rechnet mit Kosten von rund 100 000 Euro pro Jahr (30 000 Euro für Personal, 70 000 Euro für Zuschüsse).

„Ein dringend erforderliches Signal“, meinte Barbara Schenk-Zitsch (Grüne Liste) und: „Wir sollten diese Chance nutzen.“ Schon eine Hand voll Vermittlungen wäre ein Erfolg. „Mit der Stadt kommt ein professioneller Vermittler ins Boot und bleibt im Boot“, betonte Sebastian Cuny (SPD). Wolfgang Renkenberger (FDP): „Ein sehr guter, gangbarer Weg, das Problem anzugehen.“

Die Ansprechpartnerinnen im Rathaus: Janika Steinbach (06203-602 124, janika.steinbach@schriesheim.de und Christine Söllner (06203-602 115, christine.soellner@schriesheim.de. kba