Schriesheim

Schriesheim Der 14-jährige Geiger Marko Zivkovic ist auf dem Weg zu einer großen Karriere

Lehrer stolz auf den Schüler: „In seinem Blut fließt Musik“

Wer beim Festakt „40 Jahre Musikschule“ im Zehntkeller dabei war, dem ist mit Sicherheit der Geiger Marko Zivkovic in Erinnerung geblieben. Der junge Musiker hinterließ bei den Besuchern durch seine glänzende Beherrschung seiner Geige und einer lockeren und frischen Spielweise einen bleibenden Eindruck. Nach seiner Darbietung, einem Czardas, mit seinen geradezu halsbrecherisch schwierigen Passagen, den er mit einer sagenhaften Leichtigkeit und voller Intensität spielte, wusste man, dass hier ein Ausnahmekönner auf der Bühne steht.

Schüler am Moll-Gymnasium

„Wenn ich auf die Bühne gehe, konzentriere ich mich, lege die Geige an und höre nur meine Musik“, erzählte er bei einem Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“. Um ihn herum verschwinde alles, die Bühne und das Publikum, so tief tauche er in die Welt der Klänge ein, bekannte der junge Musiker. Er lasse seine Geige singen, schluchzen und jubilieren und und er dringe erst dann wieder in die Realität, wenn der letzte Ton verklungen sei. Mit seinen 14 Jahren hat Mirko, Schüler am Mannheimer Moll-Gymnasium, sein Lebensziel fest vor seinen Augen. Er will Musiker werden – am liebsten ein Solist und wie sein Vater auch ein Komponist.

Sein Talent hat Mirko von seinem Vater Nebojsa Jovan Zivkovic, einem international bekannten Perkussionisten, Komponisten und Professor an der Wiener Musikhochschule in die Wiege gelegt bekommen. Seine erste Geige hielt er mit drei Jahren in den Händen. „Ich habe sie von meiner etwas älteren Schwester gekommen, die keine Lust mehr hatte, Geige zu spielen“, erzählte er. Schnell erkannte sein Vater sein großes Talent und er förderte ihn.

Mit gerade einmal sechs Jahren stand der Knirps zum ersten Mal auf einer Bühne in der Pfalz und eroberte im Sturm die Herzen seiner Zuhörer. „Da war ich schon ein wenig aufgeregt“, gibt er zu, doch im Verlauf seiner stürmischen Karriere habe sich die Aufregung gelegt und er konzentriere sich nur noch auf seine Musik.

Bei einem Musikwettbewerb der Akademie der darstellenden Künste in Serbien erspielte er sich einen zweiten Preis und es hagelte bei anderen Musikwettbewerben weitere Preise. Als seine Lieblingskomponisten nennt er einmal Tschaikowsky, Camille Saint-Saëns und auch Mozart, doch er liebt auch Rock, Pop und Blues. In einem Belgrader Studio wurde von ihm ein Musik-Video-Clip aufgenommen, in dem er mit seiner E-Geige zu sehen ist. Es ist ein Clip mit zahlreichen akrobatischen Einlagen, wie einem Sprung auf das Dach eines Autos. „Ich habe hier eine eigene Komposition gespielt“, berichtet er. Sein nächstes Konzert, das für den 2. November angepeilt ist, wird ihn nach Belgrad und Wien führen. Dort wird er unter anderen das Violinkonzert Nummer 7 von Charles-Auguste de Beriot und die Introduction und Tarantella von Pablo de Sarasate spielen.

Mehr als nur Talent

Da stellt sich schon die Frage, was kann man einem solchen Genie überhaupt noch beibringen. Sein Lehrer Alexander Gawrilenko, der einige seiner Schüler den Weg auf große Bühnen geebnet hat, ist mächtig stolz auf seinen Schüler. „Er setzt gleich alles um“, sagt er anerkennend und ergänzt, dass jedes Talent auch Unterstützung brauche, die er in vollem Umfang von ihm bekomme. Für ihn hat er mehr als nur Talent: „In seinem Blut fließt Musik“. Es ist fast nicht zu glauben, dass er durchschnittlich täglich nur zwei Stunde übt. Auf die Frage nach einer Freundin, lacht er nur: „Meine Freundin ist die Geige“. Mit Karate hat er aber doch noch ein weiteres Hobby.