Schriesheim

Schriesheim Orgelkonzert zwischen den Jahren

Martin Fitzer überrascht mit Spiel und Anekdoten

Archivartikel

„Sie werden etwas Irres hören“, kündigte Martin Fitzer am letzten Samstag in der evangelischen Stadtkirche in Schriesheim sein kostenfreies Orgelkonzert „zwischen den Jahren“ an. Das Konzertprogramm beinhaltete vor allem weihnachtliche Orgelmusik aus Deutschland und Frankreich.

Dabei hatte Fitzer vor dem Konzert sogar die Seitentüren des Orgelkastens herausgenommen – Tipp eines mit Fitzer befreundeten Orgelbauers –, damit das Publikum wirklich „die volle Wucht der Orgel“ zu spüren bekommen konnte.

Erläuterungen des Organisten

„Das Programm schreit nach einigen Erläuterungen“, gestand Martin Fitzer vor seinem Konzert. Aus diesem Grund erzählte der gebürtige Weinheimer zuerst noch Einiges über die Biografien von Johann Sebastian Bach, Camille Saint-Saens und Louis Vierne, den Komponisten der Stücke dieses Abends.

Dabei berichtete Fitzer auf humorvolle Weise von der ein oder anderen Anekdote aus dem Leben dieser bekannten Musiker, die vermutlich zur Entstehung der Werke geführt hatten, die das Publikum an diesem Abend zu hören bekommen sollte. Schließlich erzählte Fitzer auch noch Einiges über die Stücke selbst, wobei er den Besuchern durch seine schwärmerische Art und Weise zur Musik die Stücke bereits im Voraus schmackhaft machte.

Jugendwerke von Bach

Den Einstieg in das Orgelkonzert bildeten zwei Jugendwerke von Johann Sebastian Bach. Darunter ein Präludium in C-Dur und die Choralbearbeitung von „Wie schön leuchtet der Morgenstern“. Anschließend präsentierte Martin Fitzer das „Prélude – pastorale“ aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens in der Orgelfassung von Albert Renaud. Danach folgten „Trois Rhapsodies sur des cantiques bretons“: Der Andantino con moto in E-Dur, der Allegro moderato et pomposo in D-Dur und der Andantino in A-Moll.

Zum Abschluss des Konzertes gab Martin Fitzer schließlich noch zwei Stücke aus der dritten Suite der „Pièces de fantaisie“ von Louis Vierne zum Besten. „Das letzte Stück ist wohl eines der berühmtesten Orgelstücke überhaupt“, verkündete Fitzer, noch bevor er zu spielen begann, und bezog sich dabei auf das Stück „Carillon de Westminster“ von Louis Vierne, welches in besonderer Weise das gesamte Potential der Orgel freizusetzen vermochte.

„Es ist schön, was dieses Instrument so alles kann“, äußerte sich Fitzer nach dem Konzert im Gespräch mit dem „MM“. Dabei betonte er besonders die Vielseitigkeit, welche er persönlich an der Orgel so schätze und wodurch es ihm selbst stets so viel Spaß bereite, Konzerte auf der Orgel zu spielen.

Im Anschluss an das Konzert gab es noch einen kleinen Empfang mit Glühwein und Gebäck, bei dem sich das Publikum angeregt unterhielt. Auch Martin Fitzer gesellte sich dazu und war offen für allerhand Gespräche mit den Besuchern. Am Ausgang hatten die Gäste schließlich noch die Gelegenheit, eine kleine Spende für die Arbeit des Förderkreises Orgel zu hinterlassen.