Schriesheim

Schriesheim Partnerschaftsverein stellt die „Schriesheimer Köpfe“ im Sitzungssaal auf / Neues Rathaus als vorläufiger Veranstaltungsort

Matinée im Übergangsquartier

Archivartikel

Sie gehören längst zum Jahresanfang, die kleinen Tonköpfe und die stimmige Musik der Heidelberg JazzMen: Sie sind Bestandteile der Neujahrsmatinée, die beim Partnerschaftsverein schon Tradition hat. Am Sonntag, 12. Januar, laden die Mitglieder ab 10.30 Uhr dazu ein – doch diesmal erstaunt die Wahl des Veranstaltungsorts.

„Ja, es stimmt, wir sind im Neuen Rathaus“, sagt Vorsitzende Claudia Ebert auf Nachfrage des „MM“ und ergänzt: „Ausnahmsweise.“ Besucher und Gastgeber hatten sich an das Historische Rathaus gewöhnt, in dessen Trauzimmer die Gesprächsrunde mit den „Schriesheimer Köpfen“ stattfand, während unten bereits die JazzMen ihre Instrumente stimmten.

Dann waren die Veranstalter auf den Vereinsraum der Mehrzweckhalle ausgewichen, gezwungen durch die höheren Brandschutz-Anforderungen. Doch obwohl praktisch, weil barrierefrei erreichbar, war niemand wirklich glücklich mit dieser Lösung: „Das Problem ist, dass man dort nicht schmücken darf, es ist sehr nüchtern.“ Eine Vereins-Matinée ohne die Flaggen von Deutschland und Frankreich? Das ist für die Mitglieder nur schwer denkbar, zumal sich einige wehmütig an die stimmungsvolle Atmosphäre des historischen Gemäuers erinnern.

Jetzt also der dritte Austragungsort: Angeboten wurde er von Bürgermeister Hansjörg Höfer, wofür Ebert dankbar ist. Die Köpfe werden dann im Ratssaal platziert, während die JazzMen im Erdgeschoss-Foyer auftreten. „Das ist gut so“, erklärt Ebert: „Denn es waren ja eigentlich schon immer zwei Veranstaltungen. Manche gehen direkt nach den ,Schriesheimer Köpfen‘, andere kommen hauptsächlich wegen der Musik.“

Soweit es die Köpfe betrifft, sind es heuer die der amtierenden Schriesheimer Weinhoheiten. Schon ihre Teilnahme an der Jahresfahrt in die südfranzösische Partnerstadt Uzès im vergangenen Jahr hat sie dem Verein nähergebracht. Und der Wein, bemerkt Ebert, verbinde die Menschen ja ohnehin.

So dürfen sich die Besucher also auf Königin Annalena Spieß und ihre Prinzessinnen Nadja Grittmann und Ann-Kathrin Haas freuen. Die Freude ist indes nicht ungetrübt, denn schon jetzt ist man im Verein am Planen, wie es weitergehen soll.

Sollen die „Köpfe“ einschlafen?

Ein Gasthaus kommt nicht infrage, erklärt die Vorsitzende: Denn fest zum Programm gehöre das Gläschen Sekt „fer umme“, das in einem Restaurant für den Verein einfach zu teuer wäre. Der Feuerwehrsaal scheide mangels zweitem Fluchtweg aus. Bleibt die Mehrzweckhalle. „Das kannste kippen“, winkt Ebert ab: „Sie hat den Charme einer Bahnhofshalle, und selbst die sind manchmal schöner.“

Das Neue Rathaus sei ein „Übergangsquartier“ sagt sie und befürchtet vieldeutig: „Es könnte sein, dass wir die ,Schriesheimer Köpfe‘ 2021 einschlafen lassen.“ Doch will sie die Hoffnung einstweilen noch nicht aufgeben.

Eine andere Veranstaltung ist derweil sozusagen unter Dach und Fach: Am Freitag, 10. Januar, gibt es ab 19 Uhr erstmals eine „Table Ronde“. Die Gesprächsrunde unter Leitung von Schriftführerin Ursula Renner ist gedacht für alle, die sich gerne einen Abend lang auf Französisch unterhalten, Muttersprachler oder Deutsche.

Derzeit, informiert Ebert, hätten sich schon einige Vereinsmitglieder angemeldet, doch stehe der „Runde Tisch“ allen Interessierten offen. Anmelden kann man sich online unter news@schriesheim.uzes.de

Die dritte Veranstaltung in diesem Monat findet am Freitag, 24. Januar, statt und hat wie die Matinee bereits Tradition: In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule gibt es ab 19.30 Uhr wieder ein Weinseminar.