Schriesheim

Schriesheim Delegierte stehen Umbenennung des evangelischen Kirchenbezirks positiv gegenüber / Mitglieder formulieren Anforderungen an Synode nach der Neuwahl

Mehrheit befürwortet Namensänderung

Es sind Hausaufgaben, die die Kirchenmitglieder auf kleine Zettel geschrieben haben. Schlagworte wie „Zusammenarbeit der Gemeinden“, „Was kann die Kirche zum Umweltschutz beitragen?“ oder „Wie gewinnen wir Mitglieder“ stehen darauf. Bei ihrer Herbstsynode haben die Delegierten der Gemeinden des Kirchenbezirks Ladenburg-Weinheim Wünsche an die formuliert, die nach der Kirchenwahl im Dezember die neue Synode bilden.

Insgesamt rund 70 Menschen waren in die evangelische Kirche nach Schriesheim gekommen. In gemischten Gruppen erarbeiteten sie ihre Ideen. „Uns war es wichtig, Leute aus den verschiedenen Gemeinden an einen Tisch zu bringen. Damit wird der Blick geweitet“, sagte Stefan Royar. „Wichtig ist auch, dass sie aus unterschiedlichen Berufen und Milieus kommen.“

Mit Schwung und Humor

Der stellvertretende Dekan des Kirchenbezirks und Pfarrer aus Weinheim moderierte den Abend – mit Schwung und Humor. Einigen Kirchenmitgliedern trieb er zu Anfang den Angstschweiß auf die Stirn, als er einen „kleinen 50-minütigen Vortrag“ ankündigte. „Das war nur ein Witz“, schob er gleich hinterher. Die Delegierten lachten, manche gewiss auch aus Erleichterung. „Wenn die Leute den ganzen Tag gearbeitet haben und auch hierher kommen, um zu arbeiten, muss die Atmosphäre etwas locker sein“, sagte Royar.

Der Pfarrer Andreas Pollack aus Neckarhausen hatte die Herbstsynode eröffnet und den neuen Synodalen, so werden Synodenmitglieder auch genannt, ihre Versprechen abgenommen. „Darin bekennen sie sich dazu, sachlich mitzuarbeiten und sich in ihrer Arbeit an die Beschlüsse der evangelischen Landeskirche zu halten“, erklärte der Vorsitzende der Bezirkssynode.

Danach ging es um einen der wichtigsten Punkte auf der Tagesordnung: die Umbenennung des Kirchenbezirks von „Ladenburg-Weinheim“ in „Neckar-Bergstraße“. Mit grünen oder roten Steinen stimmten die Anwesenden ab. Das Ergebnis war eindeutig. Im einen Glas lagen mehr als 40 grüne Steine im anderen gerade einmal sechs rote. „Das ist eine gute Basis“, sagte Monika Lehmann-Etzelmüller, Dekanin des Kirchenbezirks. Ein verbindliches Votum ist die Abstimmung mit den Steinen allerdings nicht. „Wir werden nun das Gespräch mit der evangelischen Landeskirche in Baden aufnehmen“, sagte Lehmann-Etzelmüller.

Von der Umbenennung verspricht sie sich eine bessere Erkennbarkeit: „Bisher kommen im Namen nur zwei Städte vor. Der Neckar und die Bergstraße hingegen sind zwei landschaftlich markante Merkmale, mit denen sich all unsere Gemeinden identifizieren können.“

Von der Umbenennung erhoffen sich viele eine intensivere Zusammenarbeit der Gemeinden untereinander – als Reaktion auf einen sich immer mehr abzeichnenden Trend. „Die Kirche und auch die einzelnen Gemeinden werden kleiner und ärmer“, betonte Lehmann-Etzelmüller, hob zugleich aber hervor, dass man das Gute nicht vergessen dürfe: „Wir werden auch vielfältiger und bunter!“

Mehr Zusammenarbeit der einzelnen Gemeinden in schwierigen Zeiten – genau das stand häufig auf den Zetteln, die die Kirchenmitglieder den neuen Synodalen als Hausaufgabe mit auf den Weg gaben.