Schriesheim

Schriesheim Im Ortschaftsrat heftige Diskussion über künftigen Standort der Verwaltungsstelle / Massive Kritik an Vorlage von Ortsvorsteher Herbert Kraus

Mehrheit will Umbau statt Umzug

Aufregung im Ortschaftsrat Altenbach: Wie kam es zu der Information, dass der allein von den Freien Wählern ins Spiel gebrachte Umzug der Verwaltungsstelle im Schriesheimer Stadtteil Altenbach ins evangelische Gemeindehaus ein parteiübergreifendes Anliegen sei? So stand es nämlich in der Montagausgabe des „MM“. „Das stimmt nicht“, betonte ein aufgebrachter Einwohner in der Fragestunde ebenso wie später nahezu wortgleich Suzanne Epp (Grüne Liste Altenbach) in ihrer ausführlichen Stellungnahme.

Beide Redner hatten jedoch recherchiert und erfahren: Die Zeitung zitierte korrekt die offizielle Vorlage der Verwaltung, wie Epp bestätigte. Und darin war schwarz auf weiß (oder genauer: schwarz auf rosa) von einem „Antrag des gesamten Ortschaftsrates“ an den Gemeinderat die Rede. So blieb die Kritik an Ortsvorsteher Herbert Kraus hängen.

Kritik von Grünen, CDU und SPD

Dieser zog, um es vorweg zu nehmen, am Ende der Diskussion den Antrag seiner Fraktion der Freien Wähler zurück, „da er allen anderen zu früh erscheint“. Er beugte sich damit der Kritik von Grüner Liste, CDU und SPD im Ortschaftsrat.

Deren Vertreter neigten vorerst eher dazu, am bestehenden städtischen Standort für Barrierefreiheit zu sorgen. Dass die im Antrag seiner Fraktion angeregte „Prüfung von Realisierbarkeit und Finanzierung“ eines Umzugs ins Gemeindehaus nun gar nicht mehr zum Tragen komme, das bedauerte Hans Beckenbach (Freie Wähler) freilich.

„Ich wundere mich, was sich der Ortsvorsteher da leistet“, sagte zuvor Grünen-Sprecherin Suzanne Epp, die sich von Kraus durch die Formulierung in der Beschlussvorlage „in Sippenhaft genommen“ fühlte.

Auch inhaltlich gab sie Einiges zu bedenken. So habe man sich ohne Not viel zu wenig Zeit gelassen, um das Thema im gesamten Ortschaftsrat zu diskutieren. Zu viele Fragen seien offen: Was geschehe mit der bestehenden Verwaltungsstelle? Wo sei der zweite Fluchtweg im oberen Stockwerk des evangelischen Gemeindehauses? Bis die Räumlichkeiten der evangelischen Kirche in drei Jahren frei würden, gelte es sinnvolle Alternativen zu finden. Auch zu Fragen der örtlichen Nahversorgung, bei denen die Kirchenräume eine Rolle spielen könnten.

„Ich weise Ihren Vortrag in Teilen zurück“, sagte Kraus. Er fühlte sich missverstanden, formulierte aber die umstrittene Passage in der Sitzung mündlich um und bezog den umstrittenen Antrag letztendlich dann doch nur auf sich. „Der Ortsvorsteher hat nachgebessert: Damit kann ich mich zufrieden geben“, sagte Karl Reidinger (CDU) zwar. Dennoch kam auch er zu dem Schluss, „die Verwaltungsstelle besser am bisherigen Ort zu belassen“.

Dass Altenbach im Abtsweg doch über eine „repräsentative Verwaltungsstelle“ verfüge, fand Karin Malmberg-Weber (SPD) und fragte: „Warum sollten wir das ändern?“ Sie plädierte für eine „langfristig zukunftsfähige Lösung am Standort, auch wenn es kostspieliger ist“.