Schriesheim

Schriesheim Geschäftsführer Harald Weiss spricht in der Generalversammlung der Winzergenossenschaft von einem problematischen Jahr 2017

„Mit blauen Auge davongekommen“

Das Weinjahr 2017 bezeichnete der Geschäftsführer der Schriesheimer Winzergenossenschaft Harald Weiss in seinen Bericht bei der Generalversammlung im goldenen Hirsch als ein problematisches. „Das war alles andere als ein gewöhnlicher Jahrgang“, formulierte er. Nach einem kalten und trockenen Winter, einer bereits im März aufkeimenden Knospenbildung und dem Ergrünen der Rebanlagen Mitte Mai, war die Vegetation um rund 14 Tagen zu früh. Doch dann schlug die Natur mit einer Frostperiode zu, von der kaum Rebanlagen auch in tieferen Lagen nicht verschont blieben. „Da selbst beispielsweise Chardonnay in den Einserlagen vom Frost nicht verschont blieb, bestand zunächst Unsicherheit über den Ausmaß der Schäden“, so Weiss.

Etwas Entspannung haben dann die darauffolgenden Wochen mit angenehmen Temperaturen und ausreichend Niederschlägen gebracht, so dass bereits Ende Mai die Reben in voller Blüte standen. Daraus resultierte eine zügige Reifeentwicklung und das aufgrund des starken Traubenwachstums wurde am 29. August Müller-Thurgau Trauben für den ersten Federweißer gelesen. Am 7. September begann die Lese beim St. Laurent, darauf die Lese von den Dornfeldertrauben und am 8. September der Müller-Thurgau.

Fruchtbetont und leicht

Die Keltertage gab er mit 22 an, an denen 1 103 838 Kilogramm Trauben verarbeitet wurden, das sind 85 Kilogramm pro Ar. „Der Jahrgang 2017 wird von der Menge her als unterdurchschnittlich in die Statistik eingehen“, unterrichtete der Geschäftsführer. Als Vergleich gab er die Erntemenge des Vorjahrs an, da waren es 1 319 606 Kilogramm, 102 Kilogramm pro Ar. Zum Trost bemerkte er, dass das Herbstergebnis von 2013 mit 82,9 Kilogramm pro Ar noch schlechter gewesen war. Zusammenfassend verkündete er, dass man „mit einem blauen Auge“ davon gekommen sei. Trotz aller Widrigkeiten präsentiert sich der Jahrgang fruchtbetont und leicht im Alkoholgehalt. „Es ist ein Jahrgang, der sehr gut in den Markt passt“, fasste er das Weinjahr zusammen.

Die hohe Qualität konnte jedoch erhalten bleiben, was bei der badischen Gebietsweinprämierung der 13. Ehrenpreis in Folge und die erhaltenen 29 Gold und sieben Silbermedaillen beweisen. Als Verlierer gab er den Müller-Thurgau und den Grauburgunder an. Gewinner war der Weißburgunder mit 88 Öchsle. Doch trotz großer Anstrengungen musste man bei der Vermarktung eine Umsatzeinbuße von rund 7,6 Prozent verschmerzten. Blieb zwar der private Einkauf im Laden stabil und auch der Umsatz im Lebensmittelbereich, so orderten Geschäfte, Vereine, Firmen und Gastronomiebetriebe verhaltener. Schmerzhaft sei auch das Minus beim Mathaisemarkt gewesen. Als erfolgreich nannte er die komplette Umstellung auf EDV, was zwar ein großer finanzieller Kraftakt war, der sich jedoch gelohnt habe. Erstmals um Herbst 2017 kam die neue Abbeermaschine samt Durchflussrefraktometer zum Einsatz und auch die im Vorjahr angeschaffte Annahmestation für TVE-Leergut mittels Maischewagen hatte sich gut bewährt, informierte er.

„Wir werden auch künftig bei allen Bereichen Verbesserungen anstreben und zur Entlastung soll auch die normale Annahmestation weiter ausgebaut werden“, damit schloss der Geschäftsführer seine Ausführungen zum Geschäftsjahr 2017.