Schriesheim

Schriesheim Sportabzeichen-Gruppe verleiht Auszeichnungen an insgesamt 43 Leute / Mitglieder beklagen Nachwuchsmangel

Mit Ehrgeiz und Spaß bei der Sache

Im „Goldenen Hirsch“ fand ein sportliches, ehrgeiziges und auch anstrengendes Jahr seinen Höhepunkt: „Es ist unsere Tradition, am Freitag vor dem ersten Advent verleihen wir die Sportabzeichen“, wie Hans Laubach zu Begrüßung der zahlreichen Mitglieder der Sportabzeichengruppe Schriesheim sagte. 43 Mal konnte der Gruppenleiter das Sportabzeichen überreichen, 43 Mal hat sich die Schufterei und Konzentration gelohnt.

Auch für Winfried Plesch: „Es ist Ehrgeiz, und Spaß muss auch dabei sein“, wie er seine Motivation erklärte: „Es geht darum, sich selbst zu zeigen, dass man fit ist. Aber es wird jedes Jahr haariger.“ Zum sechsten Mal schon hat er das Sportabzeichen bestanden, in seiner Altersklasse freut er sich über die Auswahlmöglichkeit der Disziplinen.

Denn Weitsprung ist beispielsweise nicht sein Spezialgebiet: „Das geht mir zu sehr auf das Kreuz“, so Plesch, „und zudem falle ich wie ein Sandsack in die Grube.“ Dafür ist Radfahren seine Stärke, wenn es auch dieses Jahr knapp war: „20 Kilometer in 43 Minuten ist gut, aber ich war eigentlich schneller. Ich habe mich kurz vor Ende verfahren.“ Stolz blickt Plesch auf seine Urkunde und die Leistungen, die auf dem Bewertungsbogen nochmals alle aufgeführt sind.

Spitzenwert: 58 Mal bestanden

Auch Gruppenleiter Laubach wurde mit dem „Fitnessorden“ ausgezeichnet. Für ihn ist es das 30. Sportabzeichen. Das ist eine beachtenswerte Zahl, aber Herbert Bauch ist der absolute Spitzenathlet: Bereits zum 58. Mal hat er bestanden und wurde mit diesem Ehrenzeichen der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Auch Claudia Lörsch hat bestanden – es ist bereits ihr 31. Sportabzeichen. Sie formulierte bei der Verleihung genau das, worum es geht. „Das erste Sportabzeichen war das wichtigste, und das aktuelle hier ist immer das zweitwichtigste“, sagte sie.

„Früher waren wir weit über 70 Leute, die ein Sportabzeichen bekommen haben“, so Laubach. Doch wie in so vielen anderen Vereinen auch fehlt vielen Aktiven die Zeit, um an dem aufbauenden Training mittwochabends ab 18 Uhr teilzunehmen: „Mittwochs ist mein Enkeltag“, sagte Plesch bei der Verleihung, dennoch hat er es terminlich einrichten und hart trainieren können. Auch für Andrea Diehl ist der Trainings-Mittwochabend bisweilen Arbeitstag: Sie ist Gemeinderätin (CDU) und hat damit mittwochabends Sitzungen. Sie hat es einrichten können, sie hat zum neunten Mal ihr Sportabzeichen bestanden: „Ich finde es eine schöne und wichtige Sache.“

Aber auch sie sieht den Mitgliedsschwund mit Sorgen, insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen: „Ich finde es wichtig, Kinder für das Sportabzeichen zu begeistern.“ Immerhin, ihre beiden Kinder Verena und Philipp hat sie begeistern können, zum siebten und achten Mal haben die beiden bestanden. Wobei das Sportabzeichen für Verena ein ganz besonderes ist: Mehr als vier Monate war sie verletzungsbedingt dieses Jahr ausgefallen – sie hat es dennoch geschafft. Und sie hat damit auch das Familiensportabzeichen für die Familie gerettet: Die Diehls wurden doppelt geehrt, für die Einzelleistung und für die Familienleistung: „Ab drei Familienmitgliedern bekommt man das Familiensportabzeichen.“

„Es war der heiße Sommer“, wie Laubach die deutlich niedrigere Zahl an Geehrten dieses Jahr zu erklären versucht. Aber auch das Hauptproblem spricht er an: „Wir müssen schauen, wie wir Nachwuchs heranziehen können.“ Verena und Philipp Diehl waren die einzigen zwei Jugendlichen, die dieses Jahr ausgezeichnet wurden. Und sie haben den Altersdurchschnitt deutlich gesenkt.

Gespräche für neue Gruppe

Noch am Freitagabend nach der Verleihung gab es Gespräche, wieder eine Jugendgruppe ins Leben zu rufen. Zeit für weitere Überlegungen und Planungen hat die Sportabzeichengruppe jedenfalls noch, denn nun ist erst mal Winterpause. Ab dem 8. April 2020 geht es wieder los mit dem Aufbautraining für Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination.