Schriesheim

Schriesheim Bürgermeister empfängt Austausch-Schüler aus der Partnerstadt Uzès / Gegenbesuch im kommenden Mai

Nachdenkliche Worte von Höfer

Seit 100 Jahren ist der Erste Weltkrieg vorbei, und auch den folgenden Krieg hat keiner der Anwesenden erlebt; Schriesheims Bürgermeister Hansjörg Höfer schlägt nachdenkliche Töne an, als er die 25 jungen Franzosen im Ratssaal begrüßt. Er sieht es als Lehre und Konsequenz aus der Geschichte an, die Beziehungen zum Nachbarland zu pflegen wie auch die Freundschaften, die sich daraus ergeben haben. „Versteht ihr alle Deutsch“, wendet er sich an die Neunt- und Zehntklässler, die für eine Woche in der Weinstadt zu Gast waren.

Erklärungen über die Verwaltung und den Gemeinderat folgen, vorsichtshalber übersetzt Deutschlehrer Christian Divry das Gesagte auf Französisch, unterstützt von seiner Kollegin Nathalie Chédru sowie der Partnerschaftsvereins-Vorsitzenden Claudia Ebert und Katja Ewald von deutscher Seite.

Die Lehrerin am Kurpfalz-Gymnasium (KGS) ist für das Programm zuständig: Dazu gehörten Ausflüge nach Heidelberg, ein Rundgang durch die Weinstadt samt Strahlenburg und das Zusammensein mit den Gastfamilien, die ihren Besuchern deutsche Weihnachtsplätzchen nahe brachten. Gestern fuhr die Gruppe, die auch einen Ganztagesausflug mit Sport erlebte, wieder nach Hause.

Auch beim Gegenbesuch in der südfranzösischen Partnerstadt ist ein Sport-Ausflug geplant. Im Mai fahren die deutschen Gymnasiasten nach Uzès, wo in vergangenen Jahren Kajak-Touren unternommen, der Pont du Gard oder der Papstpalast in Avignon besichtigt wurden. Es ist mittlerweile das fünfte Mal, dass der Austausch mit dem Lycée Charles Gide und dem KGS stattfindet – die Städtepartnerschaft ist älter, sagt Höfer nächstes Jahr werde bereits ihr 35-jähriges Bestehen gefeiert.

Er kommt ins Schwärmen, berichtet von seinen Besuchen in Südfrankreich und bei Bürgermeister Jean-Luc Chapon, dann erklärt er noch ein paar kommunalpolitische Details. Dass er sich verspricht und die SPD bei einer Erklärung zur „Sozialistischen Partei Deutschlands“ macht, dürfte den Sozialdemokraten zwar nicht behagen, fällt den Franzosen aber nicht weiter auf – sie staunen dagegen, als sie hören, dass es im hiesigen Gremium weder Links-, noch Rechtsextreme gibt.

Auch Höfers Erklärungen zum Jugendgemeinderat, der Ziele wie einen Basketballplatz hat, lauschen sie interessiert. „Es ist sehr wichtig“, betont Divry, „dass sich die Menschen für die Demokratie interessieren.“